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Die Geschichte von der Hexe

Notiert von Meister B. am 15. April 2009 unter Episoden

Die nachfolgende Geschichte hat sich tatsächlich so zugetragen und basiert auf persönlichen Erlebnissen!

Hattest du auch schon mal einen Psychokrimi gesehen, der Unbehagen in der hervorrief? Es treten Gestalten in Erscheinung, welche es nicht geben kann, oder diese es nicht sein können, das sie nicht mehr leben? Du bist Realist und glaubst nicht an Geister?

Irgendwann Anfang der 80 Jahre. Ich war ein Kleinkind und wohnte in der Innenstadt von Querfurt. Ein beschauliches Leben in einer Kleinstadtidylle. Nichts ungewöhnliches. Bis an jenem Tage alles anders sein sollte …
Die historische Altstadt von Querfurt beherbergt Häuser im barockem Stil. Haus an Haus kann man bei Dunkelheit problemlos in die Räume auf den gegenüberliegenden Häusern hineinschauen.
Mein Kinderzimmer lag direkt hinter dem Schlafzimmer meiner Eltern. Bei geöffneter Tür hatte man einen kleinen Tunnelblick und konnte so genau das Fenster auf der anderen Straßenseite einsehen.
Eines nachts wachte ich auf, da ich Durst verspürte. Ich hatte immer eine Flasche mit Limonade am Bett stehen. Diese stand etwas weiter, sodass man sich etwas strecken musste, um sie zu ergreifen. Ich trank etwas und schaute Richtung Fenster.
Was war das? Ich sah die Umrisse einer Gestalt hinter dem Fenster auf der anderen Seite der Straße! Scheinbar Müdigekeitserscheinungen und so schenkte ich dem keine weitere Beachtung.

Einige Tage später, ich musste mitten in der Nacht auf Toilette, ging ich Richtung Fenster und wieder war diese Gestalt zu sehen. Diesmal erkannte ich Gesichtszüge, welche mit angrinsten. Voller Entsetzen, machte ich meine Eltern munter und meinte “Da ist eine Hexe am Fenster!”
Die fanden es aber absolut nicht lustig, mitten in der Nacht geweckt zu werden. Mit etwas Verständnis sollte ich dann zeigen wo ich diese gesehen haben will und zeigte auf das Fenster. Es war aber niemand zu sehen, ich kriegte mich wieder ein und schlief normal weiter.
Diese Begebenheit schien aber diesmal nicht ganz spurlos an mir vorbei gegangen zu sein, sodass ich am nächsten Abend zielgerichtet dieses Fenster beobachtete.
Vor dem Schlafengehen auf die Lauer gelegt, doch es passierte einfach nichts.
Doch, in einem unscheinbarem Moment, tauchte diese Gestalt wieder auf! Genau wie am Abend zuvor, schien sie mich anzugrinsen. Sie bewegte sich diesmal, verschwand immer mal und trat wieder ans Fenster!
Wieder erzählte ich es meinen Eltern und langsam fragten die sich wohl, ob ich nicht Fieber habe. Leicht erbost, da mir niemand Glauben schenken wollte, beschwörte ich, ich habe es gesehen!

Es war Herbst und der Nebel zog leicht durch die Straßen. Schaute man aus dem Wohnzimmerfenster, so konnte man zwischen diesem und dem Nachbarhaus hindurchsehen. Diese Schlippe war aufgrund der Stadtbeleuchtung hell erleuchtet und mit Nebelschwaden gefüllt!
“Daaaaaaa!!!” In den Nebelschwaden tauchte diese Hexe wieder auf und lief hin und her.

Bei meinen Eltern machte es Klick und sie wussten was oder wer es war! Es war eine alte Dame, welche die Besitzerin des Hauses gegenüber war. Sie war die Nachfahrin einer wohlhabenden Bankerfamilie, welche alleine in ihrem Hause wohnte. Sie war betagt und litt an Alzheimer. Sie war etwas verwirrt und verirrte sich immer mal aufgrund ihrer Verwirrtheit in der Nacht! Ihr Grundstück grenzte unmittelbar an den Schießgraben und die Stadtmauer an. An jenem Abend lief sie auf der Stadtmauer umher und lief der Gefahr über, abzustürzen. Zwischenzeitlich wurden Anwohner auch darauf aufmerksam und holten die alte Dame wieder nach Hause.

Die Fenster des Hauses hatten diese wunderschönen alten Butzenfenster. Durch dessen Spiegelungen, in Verbindung mit der Straßenbeleuchtung, muss es wohl etwas unheimlich ausgesehen haben. Kind haben außerdem eine andere Wahrnehmung, als wir Erwachsene.
Wenige Monate später starb diese alte Dame an Altersschwäche und dieser vermeintliche Spuk war nun endgültig vorbei!

Was bleibt ist diese nette Episode aus vergangenen Tagen, welche heute immer mal noch gern erzählt wird. Wenn mal wieder wer am Fenster guckt, werde ich damit immer mal lieb gemeint aufgezogen!

Und wenn sie nicht gestorben wäre, würde sie noch heute am Fenster gucken …

Joar …

 
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Cannon Fodder

Notiert von Meister B. am 19. März 2009 unter Episoden, Spiele

Längst vergessen und beim Stöbern durch Zufall wiedergefunden. Ja genau dieses Game zockten wir auch immer bis zum Umfallen.

Langsam kommen die Erinnerungen zurück. Das waren die zeiten, als man noch mit seltsam bunten Jogginghosen unter die Bevölkerung ging. Ich hatte ne giftgrüne, einer ne pinke, einer ne mausgraue … :lol:
Dann wurden kleine Meisterschaften abgehalten bzw. sich immer mal abgewechselt, wenn man nicht weiterkam. Aber am coolsten war schon das Intro und die Musik. Es war ja auch so ein Volkssport, das Spiel zu reseten, nur um nochmal dieses und jenes Intro zu hören. Naja, man war eben noch nicht so verwöhnt wie heutzutage.
Nett war weiterhin, wenn man in Grüppchen saß und sich gegenseitig belegte, wenn mal wieder jemand das Level versaut hatte. Das Ballern mit der Mouse erforderte halt höchste Konzentration.

Und? Sind wir irgendwie auffällig gewesen oder geworden und haben die Gewalt ins Reallife transportiert? Wenn es danach ginge, hätten wir 1000 Gründe gehabt, aber es war nicht mal in unserer Vorstellungskraft existent. Die Spiele besaßen damals noch Ironie, auch Sarkasmus, Humor und wir hatten auch andere Hobbies.
Schulwechsel waren damals auch schon irgendwie Mode. Scheiß Abi, ich gehe auf die Realschule, weil eh alles bescheuert ist und meine Freunde dort nun auch sind. Lehrer wurden doch schon immer geärgert. Mal die grenzen testen, ab wann und ob einer heuelt. Völlig normal und macht jedes Kind zu Hause auch nur.
Gewalt? Welcher Junge wurde nie verprügelt oder hat sich geprügelt? Ich beides. Schließlich sind wir, bin ich ein Mann geworden, mit allen Klischees die dazugehören. Ja wenn mein bester Kumpel mir die Bommel von der Mütze abgerissen hatte, konnte ich ja nicht einfach zusehen, musste handeln, ihm gehörige eine donnern, anschließend mit Publikum auf dem Schulhof raufen und 5 min später war alles wieder in bester Ordnung. :)
Oder wie man so schön sagt: Was uns nicht umbringt, macht uns stärker! Man lernt aus Erfahrungen und kennt dann seine Grenzen!

Hatten wir überhaupt Waffen oder Zugang? Im Groben und Ganzen nie. Was sollten wir auch damit? Alles was wir hatten war virtuell und wenn das Wetter besser wurde, ging es an die firsche Luft, auf Disco, Party, sich mal in Gruppen mit Allhol das Licht ausknipsen und in …. kotzen, Weiber und vor allem gabs die natürliche Grenze, unsere Eltern, die uns einen Marsch geblasen hätten, wenn wir unseren Pflichten nicht nachgekommen wären.

Das Problem heutzutage ist ein anderes. Spiele müssen immer perfekter werden. Wer den tollsten PC hat ist im Rennen. Egal ob jemand Schrott erzählt, wer die besten Finanzen hat, ist der King. Probleme? Es juckt niemanden mehr wie es den Mitmenschen wirklich geht. In Gruppen wird geheuchelt und wenn es mal jemanden wirklich schlecht geht, wird man fallen gelassen. Menschen werden nicht mehr nach Intelligenz, Können beurteilt, sondern nach der finanziellen Basis.
Eines wurde aber richtig erkannt. Eltern müssen sich mehr um ihre Kinder kümmern und was sie am PC so anstellen. Das hat nichts mit Kontrollfanatismus zu tun. Man muss nur verstehen lernen, warum sich jemand für etwas interessiert. Wenn man sich über etwas aufregen will, muss man sich dennoch informieren.

Ich halte es für falsch, nun Schulen als Sicherheitstrakte umzubauen und einige Spiele noch stärker einschränken, oder ganz verbieten zu wollen. Auch ist es völlig bescheuert in Panik nun seinen Kindern den Zugang zu diesen Spielen zu verwehren. Warum? Weil man durch aktives beschäftigen, darüber reden, probieren lassen ein eigenes Differenziervermögen erlernt und selber darauf kommt, es ist ein Spiel und irgendwann mal eintönig und langweilig.

Damals war sowas noch relativ neu und noch echte Familenspiele. Aber es beschäftigten sich alle damit. Unsere Eltern spielten auch immer mal mit. Ich höre heute noch meinen Vater dann sagen: “So ein Scheiß, wenn ich einmal schießen würde, wäre ich gleich tot, habe keine 9 oder Bonusleben und keine Energieanzeige für Treffer!” Je länger man sich aber einseitig beschäftigt, umso schneller wird ein Genre langweilig. Ich habe jedes Genre probiert und fand dann meinen Meister, Adventurespiele.
Heute ist das auch nicht anders. Ich kann natürlich auch nicht dauernd Adventurespiele zocken, da es dann genauso langweilig wird. Dann spielt man eben mal was anderes nebenbei, oder eben gar nichts, da man noch andere Hobbies hat.

Man muss sich eben wieder mehr mit etwas beschäftigen, alles wissen, was man wissen sollte und kann. Für was haben wir Menschen unser loses Mundwerk? Zum Reden!

Wenn wir dann noch die Leistungen unserer Mitmenschen im Alltag wieder mehr schätzen lernen, offener und ehrlicher werden, uns wieder intensiver mit anderen beschäftigen, sind wir auf dem “Right Way”, dass unsere kranke Gesellschaft wieder genesen wird!

Ich mache den Anfang. “Ringelpietz mit Anfassen” Waffen machen dumm

Joar …

 
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Vom Umzug und Durst

Notiert von Meister B. am 7. März 2009 unter Episoden

Wie es eben manchmal so ist, kommt man von Höcksle auf Stöcksle bei Gesprächen. Eigentlich ging es ja nur um die Absprache wegen des Umzuges eine Kumpels. So kam man dann aber eben auf Spaßbilder und eine Karavane die dabei hilft und am Ende eben auf Brauereipferde.

Da fiel mir sofort Uropa 1 von 4 von mir wieder ein. Der war von Beruf Bierkutscher und hatte 2 Haflinger. Die ältere Generation aus Querfurt kennt sicherlich noch die Filiale der Riebeck Brauerei am Lederberg in Querfurt. Da hat er gearbeitet und war mit seiner Kutsche halt nur so bekannt.

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Ich kenne es auch nur noch aus Geschichten, da er noch vor meiner Zeit, im Jahre 1970 mit 85 Jahren verstarb. Was hat das nun mit dem Umzug zu tun?
Es soll sich zugetragen haben, dass sie nach Ablieferung der Fracht auch immer einen kleinen Obolus in Form von Bier bekamen. Einmal muss es wohl etwas zuviel des guten Stoffes gewesen sein, sodass er auf der Kutsche einpennte. Warum auch immer, löste sich die Bremse und die Tiere liefen dann von alleine los, exakt bis vor die heimische Haustür. Nur die Toreinfahrt war die letzte Barriere, sodass der Kutscher dann wieder munter wurde, als die Kutsche dagegen fuhr.

Intelligente Tiere eben! Der Uropa eines guten Kumpels hatte eine Ponnykutsche. Wenn es der Zufall so wollte, holte er ihn damit am Samstag immer aus der Schule ab. Man wäre zwar zu Fuß schneller gewesen, aber cool war das trotzdem und wir irgendwo auch neidisch drauf. Wie kleine Jungens dann eben so sind, riefen wir immer Ho oder Hey wenn die im Stall waren. Nur konnte man das so oft rufen wie man wollte, denn die hörten nur aufs Herrchen. Man könnte meinen, eine altmodische Form der Diebstahlsicherung.
Ponykutschfahrten bei besonderen Anlässen waren häufiger als heute und ansonsten gab es auch in Querfurt Reitställe und eine Reitanlage. Wer von uns guckte damals nicht sämtliche Western und wollte auch mitmachen?
Bei uns in der Familie/Verwandschaft hatte eigentlich jeder mal was mit Pferden zu tun, nur ich nicht. Warum? Allergie! Ich fand das immer total bescheuert, da ich ganz hinten auf ner Kutsche sitzen musste und nix sah!
Festgestellt wurde die Allergie, als früher jedes Jahr auf dem Querfurter Weihnachtsmarkt eine kleine Reitanlage installiert wurde und ich anschließend zum Arzt musste, wegen Hautausschlägen und Schwellungen im Gesicht.
Dafür galoppieren bereits einige Nachfahren munter auf den Vierbeinern und eine gewisse Tradition ist nicht ganz ausgestorben.

Naja, vielleicht sind Kamele ja nicht soo allergisch! Ich denke nach. Wäre doch cool 35 km damit umzuziehen. Hat auch nicht Jeder!

Joar …

 
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Nein! Ja! Oh!

Notiert von Meister B. am 2. Februar 2009 unter Episoden, Multimedia

Das waren noch Zeiten und sowas findet man heute leider eher selten. Rudi Carrel und Louis de Funès in einer Sendung! Weltklasse!

Ich kann den Louis heute noch gucken und darüber lachen. Ein Unikum halt und unnachahmbar.
Das erinnert mich vor allem immer an die Urlaubszeit meiner Kindheit in Langenwolmsdorf bei Stolpen. Wir waren da immer bei einem älteren Ehepaar in einer Privatunterkunft zu Gast. Dörfliche Idylle mit Blick über eine Wiese auf die Burg Stolpen. Am Nachmittag der Ankunft gab es immer Kirsch – oder Stachelbeerkuchen. Da die Unterkunft keinen eigenen Fernseher hatte, ging es am Abend zu ihnen 1 Etage weiter runter, Louis de Funès gucken.
An anderen Abenden holte man Schwarzbier aus dem Kanister, aus der Gaststätte des Schwimmbades in Stolpen und machte es sich auf den Balkon gemütlich. Wir Kinder stromerten dann solange auf den Wiesen rum, bauten einen Staudamm im Dorfbach, guckten den Forellen zu, oder spielten auf den Wiesen, mit anderen Kindern des Dorfes Federball. Tagsüber wanderte man quer durch das Elbsandsteingebirge! Das war immer alles sehr heimelig und gibt es so unkompliziert, kaum noch in der heutigen Zeit.

Das schreit ja geradezu auch danach, den Fantomas mal wieder anzugucken. Der Jean Marais darf dabei natürlich auch nicht fehlen.

Alte Zeiten, die nicht wiederkommen, aber die man immer mal wieder gern ansieht.

Joar …

 
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Die Himmelsscheibe zu Nebra

Notiert von Meister B. am 31. Januar 2009 unter Episoden, Imaginary number

Die nachfolgende Story basiert auf Wahrheit, aber auch Fiktion und ist so gewollt!

Vor gar nicht all zu langer Zeit trug es sich zu, dass in der Nähe von Wangen Grabräuber unterwegs waren und durch Zufall eine prähistorische Platte aus Bronze ausgruben. Dies war mitten auf dem Mittelberg. Die Umgebung ist nett, aber hier her verirren sich höchsten Einheimische. Meist nur bei einem Sonntagsspaziergang, oder eben als Pilzsucher. Bis dato …

Dieser Ort erlangte Berühmtheit. Zuerst mit einer wilden Verfolgungsjagd bis in die Schweiz, wo schließlich die Täter bei einem fingierten Weiterverkauf erwischt wurden. Nach und nach wurde dieser magische Ort vor allem in unserer Umgebung bekannt. Wenn man dann schon mal dort war, traf man aber auch immer ein bekanntes Gesicht. Wie der Menschenschlag eben hier so ist, fragt man: “Was machst’n du’n hior? … “Ach, ich wollte nur ma guggen!”

Bäume wurden abgholzt, die Scheibe nach Halle ins Museum für Frühgeschichte gebracht und am Ende die Arche Nebra gebaut, ein Aussichtssturm auf dem Mittelberg und der ehemalige Wall, wurde mit einem Betonstreifen nachgezeichnet. Der Tourismus scheint langsam aber sicher anzulaufen. Wer schon mal da war, sieht nicht wirklich soviel, kann sich aber schon was darauf einbilden, es einmal im Leben gesehen zu haben. Da waren die in Stonehenge noch nicht mal geboren, da wurde hier schon mit der Scheibe hantiert.

Mit ein bisschen Sucherei bei Google findet man mittlerweile einige Infos, welche ich aber mal nicht verlinke, um den Forscherdrang nicht zu verderben.

Ich selbst wohnte 2 Jahre auf der Burg Querfurt im Amtshaus. Dieses und einige andere Gebäude waren bis kurz nach der Wende normale Mietswohnungen. Meine Großeltern wohnten noch knapp 3 Jahre länger dort. Da ich immer gern bei meinen Großeltern war, in der Stadt war es ja nur halb so spannend, war ich eigentlich dann auch immer noch Dauergast auf der Burg. Mein Sandkasten war direkt an der heute noch stehenden alten Linde. Dort wo heutzutage die Bühne zum Burgfest steht. Der Dicke Heinrich war auch immer da. Eigentlich war es normal, dort zu sein. Allerdings war es damals gefährlich, sich direkt neben den Dicken Heinrich zu stellen. Bei einem Sturm erlebte ich mal live, wie sich ein Stein löste und nach unten donnerte. Nach der Wende wurde dann der Turm gesichert und die Fugen mit einem Spezialverfahren verfüllt, sodass die Standfestigkeit wiederhergestellt war. Nach alten Techniken hätte man den Turm ganz abtragen und wieder neu errichten müssen, was damals niemand hätte bezahlen können. Aber schon erstaunlich, da die Steine schon über 1000 Jahre alt sind, das älteste Gebäude überhaupt. Sicher?
Warum Burg Querfurt, warum Dicker Heinrich?

Hier beginnt meine Reise …

In den 40 Jahren wurden unter Herrmann Wäscher bereits Ausgrabungen vorgenommen, bei dem die äußere Mantelmauer des Turmes freigelegt wurde, so wie man sie heute noch erkennen kann. Dabei machte man eine interessante Feststellung. Man fand Reste eines Vorgängerbaues des Dicken Heinrichs, welcher nochmals wesentlich älter als jener ist. Man fand am Ende heraus, dass es ein Turm untypischer Bauart war und eher in Südeuropa zu finden ist. Man sprach von einem “Burgus”. Bis heute konnte nie ganz geklärt werden, warum dieser Typus Turm bei uns stand.

Mittlerweile kursiert das eine oder andere esoterische YouTube Video im Netz, welches nicht gerade wenig, die alten Sumerer mit der Himmelsscheibe zu Nebra in Verbindung bringt. Rein geografisch gesehen, würde es zu dieser Aussage “Südeuropa” wohl eher passen. Aber welche Verbindung sollte es dann geben?

Denkt man weiter zurück, so wurde unter anderem am heutigen Einkaufszentrum real, vor dem Bau, ein Hügelgrab entdeckt, welches man heute im Museum auf der Burg besichtigen kann. An der Eselwiese wurden zur gleichen Zeit ebenfalls Ausgrabungen vorgenommen. Schaut man etwas weiter weg, aber immer noch im Blickkontakt zur Burg Querfurt, so findet man einen heute noch existierenden Vorposten der Burg Querfurt, die Eichstädter Warte. Direkt neben dem Turm, wurde vor knapp 20 Jahren ebenfalls ein prähistorisches Grab, dass der Dolmenkönigin gefunden. Der originale Stein ist heute auf der Burg. Die Nachbildung vor Ort. Schaut man noch etwas weiter, in die eher südöstliche Richtung, so findet man das 1991 zufällig entdeckte Observatorium Groseck, was heute wieder nachbildet ist.

Im Ziegelrodaer Forst, welcher vor allem als Naherholungszentrum mit Campingplatz, Gaststätte, früher Kino, Tierpark und Waldbad sehr beliebt ist, ist schon seit Jahren hier bekannt, dass es vermutlich sehr viele Hügelgräber birgt, welche noch lange nicht alle erkundet sind. Wenn man das Gebiet kennt bzw. sich auf der Landkarte anschaut, so muss es wohl ein gewaltiger prähistorischer Friedhof bzw. Siedlungsstätte gewesen sein. Wenn man die Fundorte auf der Karte einzeichnet, die Linien miteinander verbindet, so scheinen sie nach und nach ein bestimmtes Bild zu ergeben. Noch zu ungenau, aber im Laufe der Zeit sicher klarer.

Weiterhin sollte erwähnt werden, dass sich in unserem Territorium vor grauer Vorzeit ein flaches Meer befunden hatte. Mit etwas Glück findet man auch heute noch Abdrücke von Meerestieren im Muschelkalk. Gerade jeder Häuslebauer in Querfurt kennt ja das leidige Problem, wenn man nach wenigen Metern bereits auf blanken Fels stößt. Bei uns auch Knack genannt!

Ich bin Atheist und glaube weder an Gott, noch an den Teufel. Unser Menschenschlag ist aber in einer Sache doch etwas anders. Man würde wohl sagen, wir sind abergläubisch. Ich gebe zu, in manchen Stunden ist die Versuchung groß, um es auch zu sein. Ich kann mich noch erinnern, wenn die Burg im Nebel verhüllt, wie ich immer ein komisches Gefühl hatte, wenn ich als Kind aus dem Wohnzimmerfenster schaute und nur leichte Umrisse vom Dicken Heinrich sah. Als wollte er mir was sagen, als wollte er mich auf etwas hinweisen, was später mal eintreffen wird? Ist er ein Wächter, der seinen Vorgänger beschützt?
Als der Dicke Heinrich restauriert wurde, das Gerüst an ihm stand, sind wir Jungs damals heimlich doch mal ans untere Fenster und wollten reingucken. Ich weiß, es ist gefährlich und man sollte dies auch heute keinesfalls nachmachen! Wir klettern bis ans untere Fenster und gingen langsam rein. Zuerst erschraken wir uns fast zu Tode, da wohl der halbe Taubenschlag aus der Öffnung, uns entgegen flog. Die Wände waren vom Zahn der Zeit ziemlich schwarz. Schaut man nach unten, so war es ein riessiger ekeliger See aus Taubenkot, welcher bis fast zur Öffnung ragte. Der Geruch war unbeschreiblich. Oben konnte man natürlich rausgucken, da kein Dach oben ist. Man hatte aber das Gefühl, man kann hier nicht lange bleiben! Bis dato war ich auch nie wieder drinnen und habe es in diesem Bauzustand auch nicht wieder vor.

Der Dicke Heinrich blieb immer irgendwie präsent. Ob später auf Dekobildern, oder wie ihn einige kennen lernen durften, als Kräuterschnaps. Durch die Himmelsscheibe von Nebra und diesen genannten Umständen, ist er mir wieder ins Bewusstsein gerückt. Man weiß auch, dass es Siedlungsspuren, vor der Existenz der Burg gab. Nebra ist nicht weit weg und bei einem Tagesausflug sogar per Rad, oder eben von der Hermannsecke auf zu Fuß erreichbar.

Gibt es da doch Zusammenhänge? Eine sehr wüste These wäre: Wir Menschen reden seit Jahrtausenden nach Atlantis und sind bis heute nicht sicher, ob es dies wirklich gab und wo genau es sein sollte. Immerhin hatten wir, wie schon beschrieben, ein flaches Meer, was irgendwann verschwand. Schaut man sich die Größenordnungen an, so könnte man durchaus meinen, hier war mal sowas wie eine prähistorische Großstadt gewesen.

NOCH sind wir hier relativ unbekannt auf der Welt. Noch ist nicht längst alles wissenschaftlich ergründet. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch in Zukunft noch so manche Geheimnisse lüften werden.

Es sei auch an dieser Stelle gesagt, dass dies auch dann Esoteriker, Hobbyforscher, Sekten *OMG* und Grabräuber anlockt. Ich hoffe nur stark, dass diesem Einhalt geboten wird. Aber auch wäre es sehr schade, wenn am Ende ein Massentourismus einsetzen würde, der alles zertrampelt, was nur im Wege steht. Noch ist es ruhig hier, aber ich denke auch das wird sich ändern. Wenn erstmal der Geiseltalsee in Mücheln fertig ist, werden sicher einige Besucher immer mal einen Ausflug in unsere Gegend starten. Ist ja auch nicht sehr weit weg.

Ich bin gespannt, welche Rätsel und Mysterien noch auf uns zukommen werden und nun wir die Geschichte für einen bestimmten Abschnitt weiterschreiben.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende und spannende Erkundungstouren durch mitteldeutsche Wälder. Frische Luft ist gesund und beflügelt den Geist!

Joar …

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