Heute vor 26 Jahren passierte dieser Super-GAU. Anfangs wurden auch im deutschen Sprachraum einige wenige Sicherheitsvorkehrungen getroffen, aber dann schnell wieder unter den Teppich gekehrt.
26 Jahre später ist das Thema Atomstrom zwar noch aktuell, aber passt nicht in die Berichterstattung der Lobby.
Konnte man bis Fukushima noch Menschen mit dem eisernen Vorhang belügen, weiß man seit Fukushima, dass diese Unfälle völlig systemunabhängig sind.
Es geht nicht darum dass Atomkraftwerke sicherer sind. Es geht darum WENN etwas passiert, WIE gravierend die Folgen für die Langzeit sind.
In Gedenken an die zahllosen Helfer, die trotz Super-Katastrophe, noch weitaus Schlimmeres, auch für den europäischen Kontinent, (vorerst) verhindert haben. Viele verloren dabei ihr Leben!
Hätte nicht gedacht, dass ich nach Jahren eines dortigen Besuches, nochmal auf irgendeine Weise dazu Bezug haben würde. Bei einer Recherche über die Himmelsscheibe von Nebra stieß ich auf eine prinzipiell ähnliche Funktionsweise …
… was man dabei oft findet, ist die spätere christliche Nutzung solcher Objekte. Unweit des Mittelberges befindet sich immerhin die Klosterruine Memleben.
Was wusste man damals? Was würde übernommen und lebt vielleicht unbewusst bis heute fort?
Ein (Un)glück kommt selten allein. Wer weiß was in Zukunft noch alles erforscht werden wird. Es bleibt spannend …
Notiert von Meister B. am 1. Februar 2012 unter Natur, Satire
Merkwürdig: Immer wenn einschneidende Ereignisse wie Frost auftreten werden würden, kommen die guten alten Kälteopfer aus Osteuropa ins Spiel. Da ein Opfer in Moskau, dort einer in Polen, Ukraine.
Im Sommer ist dieselbe Opfergruppe in Spanien oder Portugal zu finden.
Okay, okay, Hamburg hat auch Obdachlose. Wird es in den Einspielungen etwas abwechslungsreicher.
Was mich zum Kern der Sache und meinen eigentlichen törichten Ambitionen bringt: Meinungsfreiheit vs. Falschaussage. Was ist strafbarer?
Fazit: Wer glaubt schon an den Wetterfrosch? Na ich, nicht. Ich glaube an den Wettermoderator …
Notiert von Meister B. am 1. Oktober 2011 unter Natur
Von der Klostermühle in Querfurt kommend, den Weg zum Bahndamm folgend und auf der einsamen Bank sitzend …
… schaut man auf eine Wiese, Äcker und eine Menge Grünzeug. Etwas weiter in der Ferne sieht man dieses kleine Wäldchen, in das wohl jedes Querfurter Kind mal wollte und dann nur Geäst und ein paar aufgeschreckte Tiere vorfand. Leider dann doch nicht so spektakulär wie man sich erhoffte.
Halt, sitzen geblieben. Denn die Geschichte liegt direkt vor den Füßen! Ungefähr auf der Wiese gegenüber, befand sich einstmals nicht nur das eine von zwei Klöstern, Kloster Marienzell, sondern auch das Dörfchen Eilwardsdorf. Reste vom Kloster, nicht der viel später entstandenen Mühle, findet man heute u.a. am Eingangsportal der Burgkirche bzw. in der Stadtkirche St. Lamperti. Wenn man so will, dachten die damals schon unfreiwillig an schonende und umweltfreundliche Bauweise. Einfach Ruinen abtragen und Teile davon wiederverwenden.
Vielleicht wohnst Du oder Du, oder auch Du in verbauten Überresten des ehemaligen Dorfes?
Was war aber mit dem Dorf? Fachkundige Experten kennen nur alte Verzeichnisse und Erwähnungen, aber können niemals jene Zeit zurückholen, wie genau das Dorf von der Bildfläche verschwand.
Krankheit, Pest, Kriege, Hungersnöte, Bevölkerungsschwund … letzteres kennt man sehr gut aus der Gegenwart, wenn ganze Wohnkomplexe in den neuen Bundesländern abgerissen werden und ebenfalls spurlos verschwinden.
Kriege, Plünderungen, Tod und Verderben gab es schon immer, aber warum werden ähnliche Orte aufgebaut und manche bleiben leer?
Die Fichten dürften damals nicht ganz so steil gewesen sein wie heute und sozusagen fließend mit dem Gelände übergegangen sein, da auch dort Steinbrüche vorhanden waren und das Profil prägten. Das Klima dürfte dem heutigen nahezu geglichen haben. Wer am Abend noch eine Runde durch das Quernetal schlendert und keine Jacke mit hat, weiß was ich meine. Schon die Querne allein, lässt die Umgebungstemperatur in den Keller sinken. Damals dürfte noch etwas mehr von der ursprünglichen Sumpflandschaft, siehe letzter verbliebener Rest am Stadion, vorhanden gewesen sein. Es war also in dieser “Senke von Eilwardsdorf” relativ kühl, mit den bis heute schön anzusehenden Frühnebelfeldern. Sieht manchmal genial aus, wenn das Tal in Nebel gehüllt ist und man meint, die Burg schwebe über den Wolken.
Dieses spezielle Klima dürfte auch schon mal zu einer Insektenplage führen. Bei den damaligen schlechten hygienischen Bedingungen, müssen sich Krankheiten einfach nur schnell ausgebreitet haben. Nicht so toll wie bei zeitgenössischen Burgfesten. “Alter Falter, so geil wars auch nicht im Mittelalter!”
Wenn man davon ausgeht, dass damals auch schon intensiv Ackerbau betrieben worden ist, die Vegetation der Fichten (Rekultivierungsprodukt aus DDR Zeiten) sowieso fehlte, konnte man womöglich ähnlich der Himmelsscheibe von Nebra, wunderbar den Verlauf der Sonne beobachten und einiges mehr. Der sogenannte Siegesberg zwischen den Fichten und Leimbach, schaut geradezu aus wie der Horizontbogen auf der Himmelsscheibe. Mit einfachsten astronomischen Kenntnissen und etwas Fantasie, könnte man durchaus ein ganzes Jahr aufzeichnen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Beide zeigen den Weg …
Was die Einwohner dieses Ortes wohl dachten, fühlten, taten? Von morgens bis abends auf den Feldern stehen und arbeiten. Nach getaner Arbeit in eine Schänke einkehren und den Tag analysieren, besprechen was morgen sein wird? Wo spielten welche Kinder welches Spiel?
Wir fuhren zu unserer Zeit Fahrrad, angelten mit Freunden, machten als es noch erlaubt war “Knäckerchen” (Lagerfeuer), guckten im Frühjahr der Krötenwanderung zu, sahen die Regionalbahn vorbei bummeln, bauten ein Floß und gingen im Tümpel aufgrund einer Mutprobe baden …
War der Untergang von Eilwardsdorf eine belanglose und unwichtige Konsequenz, oder war es so schrecklich, dass nie etwas an die Nachwelt überliefert und im Bewusstsein der Querfurter Bürger hängen blieb?
Diese Geschichte wurde nie notiert, sondern entsteht manchmal in kurzen Augenblicken, wenn man sich einfach mal nur 5 Minuten Zeit nimmt, ruht und die Sinne schweifen lässt. Vielleicht verknüpfen sich irgendwann mal Fakten, mit Realität und Fiktion und lassen verborgene Dinge ans Tageslicht treten?
Genug sinniert, es wird dunkel und geht heimwärts. Schließlich sichtete man kürzlich mal wieder ein paar Wildschweine, als sie sich vermutlich nur mal wieder mit Mais den Bauch voll schlagen wollten.
In diesem Sinne: Ein wunderschönes herbstliches Wochenende und einen schönen Feiertag!