Sensorische Deprivation

Der Auslöser für dieses Thema war für mich ein kürzlich gelesener Bericht, über die Gefangenen auf Guantánamo Bay. Dieser Sachverhalt ist auch bei Wikipedia vermerkt. Klick

Mir geht es aber nicht um auf die Lage der Gefangenen aufmerksam zu machen, oder mögliche Verschwörungstheorin zu untermauern, sondern um diese Sache in einen allgemeinen Zustand zu bringen. Ich bin kein investigativer Journalist, sondern Blogger!

Generell gibt es keine Lektüre, welche mich nicht interessiert. Vor einiger Zeit hatte ich mich mal etwas in Esoterik und Okkultismus belesen. Ganz nüchtern mit den Themen auseinander gesetzt, warum es Menschen gibt, die an sowas glauben. Weiterführend muss ich noch das Thema Religion und auch Onlinespiele mit in den Zusammenhang bringen.

Was haben all die unterschiedlichen Dinge mit der sensorischen Deprivation zu tun?

Ich fange mal mit Geisterforschung an. Egal ob man an übernatürliche Kräfte glaubt oder nicht, es interessiert jeden irgendwie. Hatte dann einige Geisterwebseiten und Foren besucht und mich in die Materie reingelesen. Manches konnte man gleich als kindliches Posen ausfiltern und manches konnte man aber erst viel später logisch erklären. Ich selber bin Realist und glaube nicht daran. Aber ich merkte, je länger ich mich mit dem Thema befasste, um so unwohler fühlte ich mich. Irgendwann fängt man an zu zweifeln, ob es nicht wirklich eine andere logische Erklärung für etwas geben könnte. Man hat unter gewissen Umständen einfach eine Art Grundangst. Man versteifte sich eben nur auf dieses Thema und schärfte damit die Sinne.

Bei der Religion ist es ähnlich. Ich bin gebürtiger Atheist und es bis heute. Aber trotzdem belese ich mich darüber und nicht alles was in der Bibel steht, ist ein Märchen. Je mehr man aber darin liest und sich mit der Auslegung der Bibel befasst, umso intensiver frisst man den Stoff in sich rein. In Verbindung, dies auf die eigene Persönlichkeit zu spiegeln, sieht man erschreckende Dinge. Wenn du ein Mensch bist, der immer irgendwie anderen hilft, es aus freien Stücken macht und per Zufall immer auf den gleichen Typus Mensch triffst, läufst du der Gefahr über zu glauben, du bist ein höheres Wesen und bist dafür da, dies zu tun. Stichwort Sektenbildung!

Das Thema Onlinespiele ist wohl noch relativ jung, zeigt aber auch diese Aspekte, nur in anderer Erscheinungsform. Da nehme ich mich selber als Forschungsobjekt.
Kaum zu fassen für einen realistisch denkenden Menschen. Ich hatte mir einfach nur ein Spiel, 1 CD inkl. Verpackung gekauft und blieb kleben. Ich wollte wirklich nur den Onlinepart testen, weil ich es schade fand, dass das Spiel schon zu Ende war. War es da noch die Neugier, schlichen sich nach und nach gewisse Funktionen ein, die sich wohl am Ende in meiner persönlichen Lebensgestaltung äußerten. JETZT, wo ich davon Abstand habe, muss ich sagen, es war logisch, dass alles so abgelaufen ist, wie es passiert ist. Diese „Zustände“ hätte ich mir davor nie träumen lassen und hätte das so nie zugelassen, weil es komplett realitätsfremd ist. Ich meine wenn man irgendwann so gut wie alle Dinge. welche man sonst immer gern machte, wie bei mir Musik, gegen etwas anderes eintauscht, oder du dich dann am Ende körperlich veräußerst, obwohl du bestimmte Dinge auf der Straße nicht mal angucken würdest, ist es bedenklich. Der Rahmen mag ok sein, aber wenn es exzessiv ist und man seinen PC heiratet, mehr als fragwürdig.
Aber, um auf den Kern der Sache zu kommen. Auch hier steckt man irgendwann zu tief drin und lebt nur noch dafür. Ob nun neuer Content, oder zwischendurch neue Menschen, oder mal ganz heimelige Themen, man wird davon abhängig und blendet die wahren Sinne aus, unterdrückt sie. Man fühlt sich nur noch wohl, wenn sich dort etwas Neues tut, oder eben die Strukturen so bleiben, wie sie sind. Auch wenn kein Inhalt da ist, hauptsache es ist noch vorhanden.

Das bringt mich zum nächsten Sachverhalt, nämlich zur Pointe dieses Themas. Heutzutage spricht man oft von geistiger Verarmung und Verblödung. Das streite ich nicht ab, kann es mir aber erklären. Ob man nun oft vor dem PC sitzt, den Fernseher nudeln lässt, mal auf Events geht, es spielt absolut keine Rolle. Ich kenne es nur zu gut. Es ist mal nichts los in deinem Ort, das Wetter dreht durch und du hockst vor der Kiste. Hast alles da, was du zum Leben brauchst und bist mal ein paar Tage nur in der Wohnung. Kommt alles vor! Dir geht es nicht schlecht, da du ja deinen Spaß hast. Aber dann nervt es doch mal und man hat das Bedürfnis, einfach nur mal ausgiebig spazieren zu gehen.

Wie fühlt es sich dann an? Genau, man fühlt sich einfach wie neu geboren und meint, man hätte das ja öfter mal machen sollen. Man hört noch jedes noch so kleine Insekt im Wald rufen, weil man sich verdrängten Lauten ausgesetzt ist. Die Glückshormone sprießen nur so.
Und schon fängt das Problem an. Man gewöhnt sich daran und fällt in ein tiefes Loch, weil man die Umschwünge nicht verkraftet. Irgendwann geht es wieder von vorn los.

Das ist keine Frage des persönlichen Zustandes, sondern der immer mehr vorherrschenden extremen Lebensweise. Das kann man so gut wie auf jede Situation im Leben anwenden. Das Internet spielt manchmal keine unwesentliche Rolle dabei. Warum weint eine Frau, weil sie per Mausklick eine alte Freundin nach zig Jahren wiedergefunden hatte? Ohne Netz wäre es sehr unwahrscheinlich gewesen. Dann vergisst man schnell, dass sich Menschen aber auch in der Zwischenzeit entwickelt haben und sie vielleicht ganz anders sind, als man sie früher kannte. Das wird dann übertüncht und man handelt leichtfertig.
Ich kenne das nur zu gut und es kann manchmal echt schwer sein, sich zu bremsen. Gerade wir Männer, sind von Natur aus nun mal die Jäger, oder salopp formuliert „lebenslängliche Triebtäter“. So hat uns die Natur ausgestattet und wenn du nett bist und dir jemand auf einmal sehr persönliche Bilder im Netz zeigt, springt für den ersten Augenblick JEDER Mann darauf an. Das kann dir jeder Mediziner sagen, warum das so ist. Der Unterschied ist nur, manche können sich dann wieder einkriegen und manche eben nicht und geraten in ihr Unglück. Guter Blogeintrag zu dieser Thematik. Ja es ist so, wie oft denke ich selber manchmal in solchen Momenten, ich liebe jemanden. Kenne ich nur zu gut! Je länger man dann noch Single ist und es zu normalem Körperkontakt wie drücken kommt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass mehr passiert, vorhanden. Warum? Weil nun gerade wieder diese Sinne aktiviert werden, welche lange unbenutzt blieben. Ganz normal! Neuerdings sind „Kuschelpartys“ In, um das gesunde Bedürfnis nach Nähe nicht einschlafen zu lassen.

Egal bei welchem Thema, es ist wichtig, die Sinne immer gleichmäßig zu nutzen. Es müssen nicht immer gleich Extremfälle eintreten. Aber noch die kleinste Störung, kann Auswirkungen haben. Man kann aber wiederum lernen, damit umzugehen. Es betrifft am Ende jeden!
Siehe dieses Wochenende. Schlechtes Wetter, kaum was vernünftiges los, Freunde krank oder nicht da und im Netz schläft alles. Man fühlt erst eine Art Wut, weil es einen einfach nur nervt diese Langeweile und man verhält sich so. Wirklich? Jeder muss da wohl seinen Messiahs finden, aber bei mir sind solche Tage die, die dann wirklich jedesmal im Gegenteil enden. Unverhofft, kommt oft und es ist so! Man muss nur dann lernen damit umzugehen, zwischen den Phasen zu springen, also von positiv zu negativ und umgekehrt. Leider ist das in der heutigen Zeit nicht immer so einfach. Irgendwie alles zu schwarz-weiß. Entweder hat man nur gute Laune, oder nur schlechte. Ich meine nur wenn ich schlechte Laune habe, muss mein Gegenpart nicht daran teilhaben. Muss man eben differenziert sehen und mit Feingefühl dies klären.

Das kann auch ganz groß ausarten. Ich meine wie viele Experten gibt es in den Zeiten der Finanzkrise, die entweder alles schön reden, oder alles gen Weltuntergang reden. Ich selbst stehe da drüber, wenn unter anderem behauptet wird, die böse USA führt demnächst Krieg gegen China und/oder Russland. Logisch erklärt durch fehlende Finanzen und mittels Schachtaktik erklärt, wie die Kräfteverhältnisse der Staaten sind. Aus logistischer Sicht schon oftmals lächerlicher Unfug. Eines wird immer vergessen in der ganzen Arroganz. Wer greift irgendwann die USA an und führt dort Krieg? Gab es noch nie und gerade dieser Überraschungsmoment, ist meiner Meinung nach das größte Sicherheitsrisiko, auch Jahre nach 9/11 und weit mehr als nur mit Verkehrsflugzeugen. Diese Tatsache der Überraschung mit simplen Mitteln, führt dazu und nichts anderes. Naja und dass anschließend bestimmte Sicherheitsvorschriften verschärft und neue Gesetze erlassen werden, ist einfach nur die logische Konsequenz. Und hier ist es auch so, dass man extrem handelt, wenn man sich zulange mit dieser Materie befasst.

Man kann alles machen, sollte aber immer einen gewissen Abstand wahren und sich immer mal eine Auszeit gönnen und vielseitig sein. Man sollte nie einfach alles ganz aufgeben, da man sonst genau das Gegenteil erreicht und etwas nur verschlimmert. Ansonsten bist du zu tief drin und bist am Ende dein eigener Feind!

Darum, gehe raus ins Leben und versuche jeden Winkel zu leben, den du schön findest, um einen Ausgleich zu haben!

Jenau!

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