Was ist Hass?

Wie entsteht er, warum begegnen wir ihm jeden Tag und wie kann man ihn besiegen?

Er kommt in allen Lebenslagen vor. Egal ob gegen Ausländer, gegen Minderheiten, in Schulen, gegen Andersdenkende, gegen Liebschaften und sogar ein gewisses Morgenmuffelsyndrom zähle ich dazu. Eigentlich überall kommt er vor!

Besiegen kann ihn eigentlich nur mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, Erfahrung und auf das Hören der inneren Stimme.
Ich beginne mit einer Scherzfrage einer lieben Freundin, mit wahrem Kern.

Frage: Für was würdest du dich entscheiden? Für einen Hund oder einen Mann?
Antwort: Du hast die Wahl zwischen: Entweder deinen Teppich versauen, oder das ganze Leben!

Ich fand das mal wieder ungemein selbstbewusst und musste auch meinen Senf dazu geben. Und ja, auf die inhaltslose Frage nach dem Befinden „Wie gehts, wie stehts?“ kann man eben u.a. antworten: „Wenn du nicht dauernd danach fragen würdest, stünde er längst!“ Es bezog sich auf platte Anmachesprüche und sich wiederkäuernde Sätze.

Oder wenn man eben gefragt wird wo man herkommt, wenn man einen Raum betritt, antwortet man halt mit: Na aus Querfurt bzw. durch die Tür/von draußen!
Ein gewisser Teil von Schlagfertigkeit gehört immer dazu. Weiterhin aber auch vor allem Selbstironie.

Im Bezug auf die Frage mit der Entscheidung zwischen Mann und Hund, kann man eben als Mann nur mit „Ich liebe mich doch selbst und habe keine Probleme damit“ antworten.
Klar ist Ironie nicht immer für Jeden verständlich. Oftmals erkennt man den Sinn aber auch am verknüpften Sarkasmus.

Das Problem ist aber, wenn man sich irgendwann aufregt, übersieht man ein mögliches Kernproblem. Wer einfach offen redet, wird bei richtigen Gesprächspartnern auch nicht länger auf Spitzen treffen. Wenn ich gerade nicht reden mag, weil ich mich nicht fühle, wird das einfach akzeptiert.
Man muss aber auch lernen, sich verbal zu wehren. Das kann sogar Spaß machen, wenn es eine gewisse Qualität besitzt.

Aber einer gewissen Dosis kann Hass entstehen. Aber auch nur deswegen, weil nun fehlende soziale Kompetenzen zum Vorschein kommen. Bestes Beispiel sind wohl Schlägertypen. Davon kannte ich auch ne Menge. Ohne Grund zuhauen, weil man jemanden nur mal 5 sek zulange anschaute. Natürlich empfand ich damals immer mal Hass dabei. Klar wehrte man sich auf seine Art, aber irgendwann sagte man sich einfach, jeder bekommt früher oder später von selbst seine gerechte Strafe. Gerechte Strafe ist die Konsequenz seines eigenen Verhaltens. Die Konsequenzen spürt man aber in der Regel erst nach Jahren.
Ich schließe mich da auch nicht aus. Mobbing in der Schule. Wer auf der richtigen Seite stand, hat die ganze Bandbreite mit bedient. Klar war es aus heutiger Sicht fies und gemein. Spätestens nach der Einführung des Internets, im Teamspeak hocken und über andere Webseiten inkl. User lästern, war es wohl schon etwas eindeutig. Wenn man dann nochmal mit macht, muss man sich am Ende nicht wundern, wenn sich irgendwann der Spieß rumdreht und man selbst auf der falschen steht. Eine Erfahrung von vielen, die einen zum Umdenken bewegen.
Ja dann macht man eben sowas nicht mehr mit, wenn man es selbst am eigenem Leibe spürte. Wenn dir etwas nicht gut tut, such dir was, was besser für dich ist. Warum aufregen und etwas an die große Glocke hängen? Dann macht man nur dass, sich genauso auf das gedachte Niveau einlassen und verschwendet am Ende nur Energie.

Ich glaube man kann vieles nur sehen, wenn man richtig auf die Nase gefallen ist. Dann macht es im Kopf Klick, das Bewusstsein ist geschärft und man zeigt sich selbst einen Vogel und lacht am Ende über sich selbst.

Im Bezug auf die letzte Woche war es teils schon hart, sich gewisse Leiden in vielfacher Ausführung anzuhören. Ich höre gern zu, gebe auch mal meinen Senf dazu, aber ab einem gewissen Grad verhänge ich mein hauseigenes Einfuhrverbot für Probleme. Vor allem wenn man merkt, dass man schlechte Laune bekommt, obwohl man ja selbst kein Problem hat. Früher tat ich das nie und habe alles aufgesaugt, was auch nur von irgendwoher ankam. Das führt nicht gerade wenig dazu, dass man irgendwann Fremdprobleme, von möglichen eigenen Problemen, nicht mehr unterscheiden kann. Ja und genau dann lässt man sich in Dinge reinziehen, wo man bei gesundem Menschenverstand nie hin gehen würde. Danach fragt man sich warum und beginnt zu hassen und der Kreislauf fängt von vorn an.
Man muss lernen seine eigenen Grenzen zu finden und konsequent zu handeln.
Wenn ich mich an meine Nase fasse, bin ich halt von Natur aus ne Schnattertasche und nahezu immer gut gelaunt. Tritt etwas anderes ein, so stimmt zu 100 % was nicht mit mir.

Dazu fällt mir ein Gespräch mit einem mir bekannten Musiker letztes Jahr wieder ein, als er meinte wie schön es mal wieder wäre nicht auf der Bühne zu stehen und mal selbst stinknormal auf Konzert zu gehen und in der Masse mitfiebern. Das Prinzip kenne ich nur zu gut. Du stehst immer im Mittelpunkt, wirst für alles angehimmelt und weißt am Ende gar nicht mehr, wie das normale Leben auf der anderen Seite aussieht.
Kenne ich auch. Konnte ich früher bei einer Band noch abrocken, fällt mir das unter Umständen teils schwer, da ich es selber spielen kann, teils selber spiele und mir dabei auch immer irgendwie mein Instrument fehlen würde, wenn ich mitmachen sollte. Das trifft aber nicht nur auf die Musik zu, sondern auf alle Bereiche im Leben.
Es ist jetzt nicht auf eine spezielle Seite bezogen, aber irgendwann hatte ich mir in der Tat gewünscht, mal einfach nur ein Normaluser in einem Forum zu sein, ohne Admin – oder Modrechte. Ich ertappe mich selbst immer mal wieder in einigen Foren, wo ich einer der ersten User bei Verbesserungsvorschlägen bin und mir dann allerdings auch sage: „Moment, du hast doch hier nix zu melden und unter den ganzen anderen Usern gibts doch auch Experten. Lass die doch mal zum Zug kommen!“
Das ist einfach nur Gewohnheit!

Soo, jetzt habe ich den Faden mal wieder verloren! 😀

Achso ja … egal was man macht, es hat immer weitreichende Konsequenzen. Ich erinnere mich an meine Jugend. Schlank, Fönfrisur und Fassonschnitt, immer gut gekleidet und keinen Hahn zu kämmen. Mit 12 mit der Bravo in allen Ausführungen begonnen, die Onkelz mitgenommen und irgendwann beim Metal mit allen Stilen die dazu gehörten. Der Metal war damals das El Dorado für Freiheit. Weder links noch rechts, noch irgendwo politisch. Auf Konzerte gehen, hoch die Tassen, da ne Freundin, dort eine, mit irgendwelchen Leuten aus dem Niemandsland echte Havannas geraucht und und und … man machte sich nie eine Waffel und alles machte Spaß!
Die Figur litt irgendwann darunter und man blähte auf wie der Ochse am Spieß. 75 kg, 80 kg und irgendwann wohl bald 100 kg wenn das soweiter gegangen wäre. Soo attraktiv war man dann nicht mehr und man machte sich erste Gedanken. Man war neidisch weil man äußerlich nicht mehr so gefragt war, bis es Klick im Kopf machte. Scheiße, ich bin zu fett!
Von heute auf morgen das Leben komplett umgestellt, nach 4 Wochen schon 20 kg weniger, was wohl bis heute als Wunder gilt, da ich bis heute ein Gegner von Diäten bin und nie eine praktizierte, schon war die Welt wieder in Ordnung. Problem erkannt, erschlagen, beseitigt und Hass verschwunden!

Es kamen neue Probleme. Wenn man eben nur noch ein dürres Elend von 64 kg bei 1,78 m ist, muss man sich nicht wundern, wenn sich u.a. die Wirbelsäule meldet „Ey, iss mal lieber ne Portion mehr oder mache Sport: ICH BRAUCHE MEHR MUSKELN!!!“ Schlechte Wirbelsäule = Rückenschmerzen => Kopfschmerzen => schlechte Blutversorgung und und und
Wandern und bei Beachtung des niedrigen Blutzuckerspiegels gemäßigt „Hoch die Tassen“. Ego gemeckert, Beschwerdebrief im Großhirn eingereicht, Problem erkannt, bearbeitet … next one

Am Ende ist es einfach. Alles was dich stört, liegt in deiner Hand es abzuschaffen. Es ist DEIN Leben und wird nicht von anderen kontrolliert.

Warum jammern viele, weil es derzeit Trennungen gibt und ich sage mal keinen Nachschub neuen potentiellen Partnern? Wenn man keine Dorfmatratze möchte, sollte man zu Beginn schon wissen was man will und für Vorstellungen hat.
Meine Erfahrung: Ich hätte gern einen Mann der gut aussieht, durchtrainiert ist, Körperbehaarung ist tabu, großes Auto, viel Geld und immer für mich da sein. Ups, ich glaube ich mache da was verkehrt, weil das Thema Nachschub immer nicht so recht zutreffen will. Mal guck, joar, also auf dem Kopf kann ich schon mal mit sehr wenig Behaarung punkten. Ich rasiere mich auch regelmäßig, im Gesicht natürlich. Muskeln, hmm, meinen Verstärker kann ich alleine wegtragen, wenn ich dahinter staubsaugen muss. Und sonst … das interessiert doch kein Schwein und geht auch niemanden was an! *g*
Ja klar, es muss das Gesamtmaß an einem Menschen stimmen kommt dann. Genau, vor allem wenn man jahrelang „Huhu, schönes Wetter schreibt“, ständig als unterstützende Hand präsent sein muss und nicht mehr sein eigenes Leben dadurch gebacken kriegt.
Würde ich jetzt bei „Herzblatt“ sitzen und müsste mich entscheiden, so würde ich sagen: „Rudi weeste was, ich wähle dich. Wir gehen einen trinken, vielleicht gibts dort was besseres!“

Ja eben, erst komme ich und wenn ich dann noch Zeit habe, habe ich immer ein offenes Ohr übrig, oder auch zwei.

Hass ist eben die eigene Inkompetenz, seine Defizite nicht kontrollieren zu können.
Wenn ich mit einer Bekannten chatte und schon nur ein Hi und scheinbares Desinteresse kommt, weiß ich sofort: gerade aufgestanden bzw. von der Arbeit gekommen und müde. Anstatt sich über etwas aufzuregen, weiß man Bescheid, da man irgendwann auch die Hintergründe kennt. So sollte das in allen Lebenslagen sein. Wer oberflächlich ist, wird an seinem Hass zugrunde gehen und nochmal einen Herzinfarkt erleiden.
Wer immer noch meint, man kann gewisse Schemen behalten, wenn man nur eine andere Fassade dran kleistert, wird in ein paar Jahren aufwachen, wenn es zu spät ist. Egal ob Suff, Spielsucht und eben die ganzen anderen neumodischen Zivilisationskrankheiten, ich werde so manchen überleben und in stillen Gedenken, bei bester Gesundheit Blumen aufs Grab legen.

Wer hassen muss, verpasst das schönste im Leben: Liebe und geliebt zu werden!
Wer Hass richtig kontrollieren kann, kann eine Menge an Lebensfreude und minimal Mitleid erzeugen.

Wenn dich jemand als doof bezeichnet, dann sei einfach nicht doof. Fange an dich zu verändern, nicht später, nicht in 3 Tagen, nicht in 1 Jahr, sondern JETZT!

Tiere greifen oft an, wenn man sie bedrängt. Sie haben Angst und keinen Hass. Wir sind Menschen und haben die Macht dies zu ändern

Wer mich hassen möchte: Ich bin eh geistig und verbal überlegen 😛

Joar …

von

You Are You

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