Auf den Spuren des Heiligen Brun

Ein kurzer Blick aus dem Fenster und siehe da, auf der Burg Querfurt stand ein Kran und binnen kurzer Zeit wurde ein Gerüst um das Fürstenhaus gezaubert. Moderne Technik auf der Burg, so was kann man sich nicht entgehen lassen. Bei schönem Herbstwetter auf den Drahtesel geschwungen und durch den Talgarten gen Burg geradelt.
Da denkt man, man kennt ja alles und schon erspähte ich Löcher in der Burgmauer am Schloßberg. Bei einem kürzlichen Spaziergang am späten Abend noch gedacht, dass die Mauer auch mal wieder entwässert werden müsste und schon wurde bereits fleißig Hand angelegt. Das könnte man auch unter Gedankenlesen verbuchen. Die putzigen kleinen Löcher in der Mauer wurden natürlich sofort bildlich dokumentiert.
Den Schloßberg hochgeradelt und in den Burginnenhof abgebogen. Und schon erspähte ich das riesige Gerüst, welches größer ist als das Fürstenhaus selbst und eher einer Open Air Bühne ähnelt. Auch hier zögerte ich keine Sekunde und knipste munter los. Aber heute wie ein Japaner, da ich eine neue Leidenschaft, die Panoramafotografie, für mich entdeckt habe. Noch nicht perfekt, aber ich arbeite an der Kunst.
Hier war die Weiterfahrt für mich und meinen Drahtesel erstmal zu Ende. Mit zunehmenden Alter wird man anders und ignoriert nicht mehr jede Absperrung. Cooler Kran übrigens, der aber leider schon eingefahren war, da wohl schon die Feierabendglocke geläutet hatte. Bei der Gelegenheit dachte ich mir dann noch, ob die nicht gleich das Unkraut auf dem Dicken Heinrich mit absensen könnten? Wäre cool!

Joar, so setzte ich einen Gang zurück und begnügte mich solange mit den Kasematten, im Innenhof der Westtoranlage. Dort hielt ich nicht nur die Torbögen, samt meinen Drahtesel fest, sondern auch eine der darin befindlichen Kanonen. Pff, wer soll denn die Informationstafeln aus der Entfernung lesen können? Aber nicht schlimm, da ich schon mit den Kanonen spielte, als manche noch Quark im Schaufenster waren. Na was denn? Ich wohnte ja auch mal auf der Burg und früher lagen die Dinger mal hinten an der Ex-Aschengrube, da wo die John Goodman sein Pappmachéhaus letztes Jahr aufstellten.

Auch hier übte ich mich munter mit den Panoramabildern. Weiter ging es zum ehemaligen Landratsamt, durch die Stadt, an der Stadtkirche St. Lapmerti vorbei, wieder gen Eselsstieg. Schnell noch das obligatorische „Ich War Hier Bild“ geschossen und dann kam mir der spontane Gedanke, mal wieder ins ehemalige Kalkwerk zu gucken. Ja man glaubt es kaum, immerhin war ich da schon 2 Jahre nicht mehr. Ist bestimmt schon 10 Jahre her, als ich mal auf dieser „Felseninsel“ im Kalkwerk war. Keine Sorge, der Herr Schnabel kannte diese noch nicht, da es ein von Menschenhand geschaffener Steinbruch ist, welcher erst im 20. Jahrhundert seinen kommerziellen Erfolg feierte. Bei Gelegenheit werde ich da nochmal hinschauen und diese erklimmen. Wobei gesagt werden muss, dass das Betreten der Abbruchkanten lebensgefährlich sein kann. Aufgrund von Einsturzgefahr, wurden die Wände bereits vor Jahren mit Schotterhängen gestützt.
Nun ging es wirklich nach Hause. Das Rad in den Keller buckeln, den PC an und die Bilder nachbearbeitet. Wer jetzt noch meckert, bekommt 3 Wochen Stubenarrest und Fernsehverbot, denn Bildbearbeitung ist mitunter sehr zeitintensiv und wie viele andere im Universum, mache ich des aus Spaß an der Freude und für Nüscht und Niemanden.

Wer sich jetzt fragt, ja du erzählst ja alles so schön, aber wo kann ich mir deine Story angucken? Die Bilder gibts unter Bilder. Einfach die Galerien erkunden, Kaffee kochen, Beine auf den Schreibtisch legen und illern.

Für Genießer: Auf „Als Slideshow anzeigen“ und das Ömmelchen für Vollbildansicht klicken und dazu die Musik aus dem Hause www.eselsstieg.de genießen.

Ich kenne doch meine Pappenheimer und die Frage: „Ich will auch so was machen. Wie kann ich solche Panoramabilder erstellen?“
Dazu muss man nicht studiert haben. Ich nutze dazu u.a. das entsprechende Feature von Windows Live. Eine Cam wäre schon nicht verkehrt und dann halt noch gute Bildbearbeitungsprogramme. In meinem Fall das ebenfalls kostenlose GIMP.
Einfach mal den Suff oder die eigene Faulheit gegen so was eintauschen, bissel einarbeiten und üben und schon hat man auch solche und bessere Angeberfotos als meiner Einer.

Oh ja, wenn das der Heilige Brun wüsste, mit welchen modernen Mitteln wir seine Burg pflegen und bewerben, würde er glatt neidisch werden auf uns Querfurter. Hier wird eben Selbstbewusstsein noch GROSS geschrieben …

Wo sonst gibt es originelle Ex-Burgbewohner, welche ihren Brunnen (Tiefe 33 m) filmen?

von

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