looking for the summer

Gestern kam es mir wieder in den Sinn, dass ich ja eigentlich mal richtig singen gelernt hatte. Wer mich nicht gerade aus dieser Zeit kennt wird es kaum glauben, aber sogar 1. Stimme und Sologesang bei Chorauftritten. Tja, nach Zerwürfnissen mit Chefin, sich nicht dauernd was vorschreiben zu lassen, war ich dann weg davon.
Es ging noch ne Weile gut bis der Stimmbruch kam und ich später anfing zu rauchen. Kaum ein Ton konnte noch gehalten werden und schön klang es dann nun wirklich nicht mehr. Dann eher zufällig eine Weile auf Stimmenimitationen spezialisiert. Es war die Zeit als die Sendung „Hurra Deutschland“ gerade In war und letztendlich Herr Genscher in Querfurt am Dreieck eine Rede hielt. So hatte ich das Bedürfnis es auch mal zu probieren und versuchte ihn nachzuäffen. Es schien wohl zu klappen und ich führte das in der Pause in der Schule, zwischen 2 Stunden Russisch mal ein paar Freunden vor. Das hörte unsere Russischlehrerin, lachte sich schief und überredete mich dann im Unterricht, dies mal vor der ganzen Klasse nachzumachen. Mir war es eher peinlich, da es eigentlich nur eine Laune war. Nach kurzer Überwindung stand ich eben dann da vorn und unterhielt den Rest vom Schützenfest mit einer Genscherparodie. Naja und dann gings auch schon los. Es prach sich dann natürlich rum und aber auch wirklich jeden Tag: „Mache doche mal Genscher nach!“ Die Lehrerin war damals überzeugt davon, ich muss das mal kommerziell machen und könne das auch. Nun ja, es war nur eine Laune, ohne Sinn und Zweck.
Später übte ich das meist in der Badewanne und es folgte u.a. noch Engholm, Brandt, Möllemann, Lambsdorff …

Irgendwann nervte mich das aber tierisch ein Äffchen zu sein und hörte damit auf. Fing ja eh an, andere Sachen zu hören und zu machen. Dies und das Andere vorher hatte ich begraben.
Bis ich vor wenigen Jahren Esche wiederentdeckte. Der Schauspieler mit seinem unverwechselbarem Sprechgesang war mir noch von uralten Hörspielen in Erinnerung. Vielleicht heutzutage mehr begeistert davon als damals, übernahm ich einen gewissen Anteil von ihm und entwickelte daraus meinen Stil weiter. Ich sage nur YouTube oder Goethe! *zwinker*

Gestern wurde mir dies und auch jenes bewusster und so dachte ich wieder an die alten Zeiten mit dem Gesang. Ich wollte erstmal einfach nur wissen, wo meine Stimme jetzt eigentlich ist und dachte machst mal dort weiter wo du aufgehört hattest. So kam ich ziemlich schnell auf Chris Isaak mit „Wicked Game“ und „Blue Hotel“. Jaja, hab das auch mal gehört und fand es auch gut. Aber der Gesang gestern … hmm, öhm, nun ja, die ruhigen Parts gingen so, aber die Tonwechsel, öh, klangen dann wohl doch etwas mehr nach Pittiplatsch dem Lieben, als dieser Herr Isaak. No Way! Meine Stimme kriege ich beim Biegen und Brechen nicht mehr dorthin. Noch? Also zu den Beatles gewechselt und „Let It Be“ geträllert. Naja, schon etwas besser. Zu Neil Young gewechselt und schon eher hinbekommen und nun zu Chris Rea und „looking for the summer„. Das hörte damals eigentlich kein Schwein in meinem Umfeld. Bis auf meine erste Liebe und Ich. Wohl ein Grund warum es so kam! *gg*
Bin ja sehr erstaunt, wie natürlich ich ja heutzutage schon röcheln kann. Hmm, erinnert mich jetzt irgendwie an Tom Astor. *help*
Fakt ist, ich muss mal wieder was tun fürs Singen. Das geht nicht von heute auf morgen und bedarf vielen Übungsstunden. Meine Zeit der hohen Tonationen ist weiterhin auch defintiv vorbei. Ich muss mein Spektrum wieder völlig neu finden, mich da einarbeiten und dann ausbauen. Es wird hart, aber solange der Spaß dabei ist, sehe ich da kein Problem. Bis mal mehr als nur spontane Blödelei zustande kommt, vergeht noch eine Zeit. Aber man ist nie zu alt für etwas und geht nicht gibts bei mir nicht.

Naja immerhin klappte dann gestern noch Joachim Witt und „Der goldene Reiter“ ganz gut. Hmm, vielleicht ist es ja auch nur so wie das mal Kurt Cobain ähnlich geäußert hatte? … Was will man denn in der Provinz machen? Man findet einfach keinen passenden Sänger der auch von der Chemie her passt! Also muss man das nehmen was da ist. ICH!

Jenau!

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