Trommel

Jeder musste früher in der Schule einer AG (Arbeitsgemeinschaft) angehören. Ich war zuerst beim Kegeln angemeldet. Aufgrund eines Todesfalls fiel das weg. Frei waren noch Plätze im damals neu gegründeten Fanfarenzug Querfurt. Zuvor über die Zementwerke Karsdorf und dann über den damaligen VEB Tonfunk Querfurt. Dort wurden Zubehörteile u.a. für Fernsehgeräte, wie z.B. Leiterplatten, produziert.

Es war um 1986, als ich Mitglied des Fanfarenzuges wurde. Zugleich wurde man Mitglied im DTSB.

Ich begann mit Trommel und tauschte später gegen Fanfare. Meine erste Trommel, ich erinnere mich noch genau, hing mir, aufgrund meiner Körpergröße, immer am Knie. Das war mitunter dann bei größeren Auftritten schmerzhaft.
Geprobt wurde jeden Donnerstag nach der Schule im Wiesenhaus.

Ein Foto mit meiner Wenigkeit, schätzungsweise um 1987, entweder beim Wohnbezirksfest Querfurt Süd, oder eventuell auch nach einem Maiumzug fotografiert.

Querfurt

(Bild: privat)

An Auftritten mangelte es nie. Besonders zum Maifeiertag und an den obligatorischen Fackelumzügen am Tag zuvor, wurden oft mehrere Auftritte am Stück absolviert. Abgeholt meist mit dem ZBO-Bus, wurde man durch den Kreis kutschiert. Am 1. Mai war man oft erst gegen 20 Uhr wieder zu Hause und den ganzen Tag auf Achse.

Aber es waren nicht nur Aufmärsche zu politischen Anlässen. Kann mich u.a. noch an das Kirschfest in Naumburg erinnern. Schneeweiße Hose und rotes Oberteil. Und dann warfen die Kirschen für die Bevölkerung. Das gab Flecken.

In den Sommerferien gings ins Kyffhäusergebirge nach Rathsfeld. Zwei Wochen Trainingslager.

Schöne Zeiten, mit allen Höhen und Tiefen. 1990 war dann Schluss. Der Verein wurde von einigen Altvorderen dann 1996 wieder ins Leben gerufen und existiert bis heute.

Hin und wieder trifft man bei Besuchen in Querfurt, oder sozialen Netzwerken, ehemalige Mitstreiter. Ein Standardsatz war und ist u.a. dann immer noch: „Na du alter Fanfarenbläser?“

Für mich ein längst abgeschlossenes Kapitel. Aber einige Dinge habe ich noch exakt im Kopf.

So das Standardwerk eines jeden Fanfarenzuges. War der erste Marsch den ich jemals lernte. Den Erfurter Fanfarenmarsch und natürlich Die Locke.

Ein Vergleichsvideo zum Abschluss …

Erfurter Fanfarenmarsch

Opas Handwagen

Eine weitere Momentaufnahme. Burg Querfurt vor fast 40 Jahren.

Burg Querfurt

(Bild: Diascan auf ORWO Color, privat -- DSGVO-konform verpixelt)

Für damalige Menschen gehörte so ein Handwagen für einige noch zum Alltag. Speziell in diesem Fall wurden damit Propangasflaschen geholt. Je nach Wohngebiet war man nicht ans örtliche Gasnetz angeschlossen. Somit musste man immer Flaschen holen. Die leeren Behälter schaffte man weg und tauschte gegen die Gefüllten. Nebenbei hielt man noch ein Schwätzchen. Und als Enkel war die Fahrt besonders schön, weil man im Handwagen sitzen durfte.
Oppa war handwerklich geschickt und baute eine kleine batteriebetriebene Klingel dran.

Die war saucool. Naja, nicht immer. Dem Umstand entsprechend, dass damals Haushunde noch viel freilaufend unterwegs waren, biss mich der gute Dackel unterwegs, von uns liebevoll einfach Waldi genannt, in die Wade. Nichts passiert, dem ging die Klingelei vermutlich einfach nur auf die Nerven.

So wars damals, im bis heute Dorf gebliebenen Ortsteil Thaldorf. 1929 wurde es erst nach Querfurt eingemeindet. Viele schöne Stunden in dieser Idylle verbracht. Aber die Erinnerungen hebe ich mir für spätere Beiträge auf.

Opa war leicht älter als Erwin Strittmatter. Mein Vater hatte wiederum eine Widmung von ihm, als Dankeschön für einen Geburtstagsgruß.
Und ich schreibe jetzt, so 100 Jahre nach der Handlung.

In diesem Sinne: Der liebe Gott roocht och. Ja! Wo sonst kommen denn die ganzen Wolken her?

PageSpeed Insights, Lighthouse, web.dev

Wir schreiben immerhin bald das 16. Jahr der Existenz dieses Blogs. Alles fing mit Neugier und einem Buchstaben an.

Ging man damals noch Menschen mit Links zu seiner Seite auf den Leim, musste es später validierter Quellcode sein.

Das reicht längst nicht mehr. 2020 sollte im Normalfall der letzte Außenseiter mobil im Netz sein. Das bedeutet auch, Seiten sollten schnell sein.

Schon seit fast 10 Jahren ist die Schnelligkeit einer Seite, ein nicht unerhebliches Kriterium für Google und damit zusammenhängende Dienste.

Sauberer Quellcode ist nun mal das A und O für gemeinsame Standards. Barrierefreies Web ist toll, wenn man Inhalte mit wirklich allen teilen kann.

Dazu gehören eben auch Menschen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen. Manche nutzen zusätzliche Tools um eine Teilhabe zu bekommen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich habe mich von unnötigen Ballast getrennt und dieses Blog entschlankt. Animationen, toller Hintergrundschnickschnack gehören nun der Vergangenheit an. Wie Schnee, Laub etc. aussieht, sollten wir dann doch wieder mehr dem Reallife überlassen.

Auf einen Darkmode habe ich ebenfalls verzichtet. Moderne Betriebssysteme haben von Haus aus einen Blaufilter bzw. zusätzliche Einstellmöglichkeiten, um sozusagen durch verdunkelte Seiten Energie zu sparen und das Augenlicht zu schonen. Ich habe nun also den Fokus auf die Geschwindigkeit gerichtet.

Nützliche Hilfsmittel dazu sind: https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/?hl=de, https://web.dev und u.a. https://developers.google.com/web/tools/lighthouse.

Damit kann man jede x-beliebige Seite untersuchen und je nach Eigenbedarf auswerten, was man noch alles optimieren könnte.

Hab mich die letzten Tage ins Zeug gelegt und alles nah am Limit optimiert. Dass man nicht immer und überall 100 haben kann, sollte einleuchtend sein.

Ich hab mein bestes versucht. Hier einige Werte und Beispiele für diesen Webauftritt …

PageSpeed Insights mobil (bis 98 schwankend)

PageSpeed Insights

Lighthouse einzelne Beiträge (maximal erreicht)

Lighthouse

Lighthouse Seiten (maximal erreicht, ausgenommen Rubrik Kontakt)

Lighthouse

Die Werte können natürlich immer nach unten schwanken. Besonders für den Index. Dennoch alles im grünen Bereich.

Einen Link zum Testen dieser Seite, habe ich in der rechten Seitenleiste hinterlegt.

Probierts einfach selbst aus. Auch wenn ihr keine eigene Seite habt, prüft eure Favoriten und hakt nach.

Immerhin ein symbolischer Schritt in die Zukunft, Ressourcen zu schonen.

Bis dahin … Mobile sequence one hundred percent now …

Data uses most secure code ever Star Trek TNG (Blu Ray HD)

Querfurter Fichten 1973

Heute eine Momentaufnahme von vor fast genau 47 Jahren. Aufgenommen auf dem unteren Hauptweg, unweit der im Volksmund genannten Rodelbahn „Todesbahn“.
Letztes Frühjahr wurde nach langer Planung und Bauzeit, das Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht.

Querfurter Fichten

(Bild: Diascan auf ORWO Color, privat, DSGVO-konform verpixelt)


Link offizielle Seite: http://www.rueckhaltebecken-lsa.de/hrb-querfurt

Ein tiefer Eingriff in die Natur, der optisch natürlich erst Gewöhnung bedarf. Im Hinblick auf den Klimawandel allerdings eine unabdingbare Baumaßnahme, die nicht nur Querfurt, sondern auch allen zusammenhängenden Gewässern zugute kommt.

Das bedeutet im Klartext, wenn es mal wieder zu erhöhten Niederschlägen kommt, kann das Wasser aus dem Hinterland zurückgehalten und entsprechend nachreguliert werden. Gerade auch die Erfahrungen der letzten Flutkatastrophe im Jahre 2013 haben gezeigt, dass nicht die Wassermenge, sondern der Rückstau der Systeme ursächlich sein können.

Man bedenke, die Querne, ab Obhausen Weida, mündet über die Salza in den Kernersee und von dort aus in die Saale, Elbe und Nordsee. Nicht dass die Querne für den Anstieg der Weltmeere verantwortlich wäre, es reduziert Teilmengen, welche mit anderen Systemen die Summe ergeben.

Bis dahin bleibt es ein grünes Becken, dass nur bei Gefahr eine andere Form annimmt.

Viele trauern der nun nicht mehr benutzbaren Todesbahn und dem daneben liegenden Galauenstaucher nach. Klar, schöne Zeiten verbracht. Allerdings könnte man als Alternative den hinteren Teil vom Schwalbenschwanz an den Querfurter Fichten nutzen. Nannten wir seinerzeit u.a. Todesbahn 2. Leider derzeit etwas zugewuchert. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Kann nur von mir sprechen. Wenn es in der warmen Jahreszeit wieder ans Radeln geht, ist die Staumauer eine praktische Abkürzung rüber zu den Fichten. Bänke laden zum Verweilen ein, man trifft immer mal jemanden und irgendwann kann man sich das alles nicht mehr vorstellen, wie es mal ohne war. Schließlich sind die Fichten auch rekultivierte Steinbrüche, die heute keiner mehr kennt und erahnen kann.

Um das Bild musikalisch altern zu lassen. Als dieses Foto aufgenommen worden ist, stürmten gerade die Les Humphries Singers die Hitparaden.

Les Humphries Singers - Mama Loo (1973) HD 0815007

Demografischer Wandel vor 100 Jahren

Den Begriff demografischer Wandel hört man in jüngerer Zeit öfter. Dabei ist die Problematik, dass sich ganze Landstriche verändern, so alt wie die Menschheit selbst.

Heute ein altes Foto, schätzungsweise um 1900. Es zeigt meine Urgroßeltern und eine Schwester (im Kindesalter verstorben) meiner Oma mütterlicherseits.

Familie

(Bild: privat)

Der Ersteindruck ist bestimmt, nobel und wie schön doch die Zeit damals war. Und genau der Eindruck täuscht.
Meine Urgroßeltern stammten beide aus dem Großraum Breslau, Kreis Militsch.

Meine Urgroßmutter, 1877 in Klein Tschunkawe geboren, mein Uropa 1875 in Tschotschwitz . Beides kleine Mokchen die man nur kennt, wenn man sie kennt. Heute polnisches Staatsgebiet.

Hat man dazu noch alte Urkunden so sieht man wie das Leben wirklich aussah. Viele Kinder und keines überlebte bzw. wurde erwachsen. Das änderte sich erst, als meine Urgroßeltern um 1900 nach Querfurt zogen.

Durch den Zuckerrübenboom um die Jahrhundertwende, es konnte erstmals industriell Zucker in Rohform wie man ihn heute im Haushalt hat herstellen, wurden neue Arbeitsplätze und Perspektiven geschaffen. Das bedeutete damals einen kleinen, wenn auch bescheidenen Wohlstand. Die Kinder die dann in Querfurt geboren wurden, es waren vier an der Zahl die die Kindheit überstanden, hatten einen ganz andere Start ins Leben.

Nachfolgend ein Foto, vor 1934 aufgenommen, vom damaligen neuen Lebensabschnitt in Querfurt. Mein Urgroßvater, links im Bild, war sozusagen Vorarbeiter in der Landwirtschaft. Damals sagte man auch oft Aufseher.

Familie

(Bild: privat)

Meine Großmutter war die Jüngste. Ihre Eltern waren bei ihrer Geburt bereits 45 bzw. 43 Jahre alt. Somit hätte ich beim besten Willen und Wundermittelchen gegen das Altern, nie eine reelle Chance gehabt diese auch noch kennenlernen zu dürfen. Aber, das war kein Einzelfall. Das war mal alles Normalität.

Mein Uropa starb bereits 1934 und meine Uroma 1943. Als ich zur Welt kam, wären beide schon über 100 Jahre alt gewesen.

Genau genommen waren das die echten Ossis. Durch Flucht und Massenvertreibung von Deutschen, aber auch Polen (Westverschiebung) tritt die Tatsache, dass man schon immer auch wegen der Arbeit wegzog, in den Hintergrund.

In diesem Sinne: Wir haben nun mal nur diese eine Mutter Erde. Menschen bleiben nie dauerhaft auf einem Fleckchen Erde sesshaft. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Grenzen mögen wichtig, richtig sein um Strukturen zu schaffen. Am Ende sind sie allerdings auch Relikte aus dem 19. Jahrhundert, als das Modell Nationalstaaten aufkam, fest zementiert wurde und mehr Konflikte als Lösungen schaffte.

In einer Verwaltungseinheit zu wohnen bedeutet natürlich trotzdem sich dem Leben anzupassen. Menschen von vornherein auszuschließen ist schlichtweg Rassismus, auch ein Relikt aus der Vergangenheit.

Ginge ich noch weiter zurück in meiner eigenen Geschichte, so stammen meine Gene aus Regionen in Schottland, über Deutschland, bis rüber ans Schwarze Meer. Und heute bin ich eben hier, nur das zählt.

Umbrüche mögen schwer sein und machen Angst. Aber Angst ist ein wichtiger Instinkt bei Lebewesen, der das Überleben sichert. Wir sind Menschen und sollten Ängste ausleben und das Gute daraus lernen und mit in die Zukunft nehmen.

Um es mit der Mentalität meiner Großmutter und deren Ahnen zu sagen. Ihre Altvorderen würden auch nur sagen: „Geh direkt in den Westen, gehe nicht über Los und ziehe nicht 4000 € ein.“ 😉