Opas Handwagen

Eine weitere Momentaufnahme. Burg Querfurt vor fast 40 Jahren.

Burg Querfurt

(Bild: Diascan auf ORWO Color, privat – DSGVO-konform verpixelt)

Für damalige Menschen gehörte so ein Handwagen für einige noch zum Alltag. Speziell in diesem Fall wurden damit Propangasflaschen geholt. Je nach Wohngebiet war man nicht ans örtliche Gasnetz angeschlossen. Somit musste man immer Flaschen holen. Die leeren Behälter schaffte man weg und tauschte gegen die Gefüllten. Nebenbei hielt man noch ein Schwätzchen. Und als Enkel war die Fahrt besonders schön, weil man im Handwagen sitzen durfte.
Oppa war handwerklich geschickt und baute eine kleine batteriebetriebene Klingel dran.

Die war saucool. Naja, nicht immer. Dem Umstand entsprechend, dass damals Haushunde noch viel freilaufend unterwegs waren, biss mich der gute Dackel unterwegs, von uns liebevoll einfach Waldi genannt, in die Wade. Nichts passiert, dem ging die Klingelei vermutlich einfach nur auf die Nerven.

So wars damals, im bis heute Dorf gebliebenen Ortsteil Thaldorf. 1929 wurde es erst nach Querfurt eingemeindet. Viele schöne Stunden in dieser Idylle verbracht. Aber die Erinnerungen hebe ich mir für spätere Beiträge auf.

Opa war leicht älter als Erwin Strittmatter. Mein Vater hatte wiederum eine Widmung von ihm, als Dankeschön für einen Geburtstagsgruß.
Und ich schreibe jetzt, so 100 Jahre nach der Handlung.

In diesem Sinne: Der liebe Gott roocht och. Ja! Wo sonst kommen denn die ganzen Wolken her?

PageSpeed Insights, Lighthouse, web.dev

Wir schreiben immerhin bald das 16. Jahr der Existenz dieses Blogs. Alles fing mit Neugier und einem Buchstaben an.

Ging man damals noch Menschen mit Links zu seiner Seite auf den Leim, musste es später validierter Quellcode sein.

Das reicht längst nicht mehr. 2020 sollte im Normalfall der letzte Außenseiter mobil im Netz sein. Das bedeutet auch, Seiten sollten schnell sein.

Schon seit fast 10 Jahren ist die Schnelligkeit einer Seite, ein nicht unerhebliches Kriterium für Google und damit zusammenhängende Dienste.

Sauberer Quellcode ist nun mal das A und O für gemeinsame Standards. Barrierefreies Web ist toll, wenn man Inhalte mit wirklich allen teilen kann.

Dazu gehören eben auch Menschen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen. Manche nutzen zusätzliche Tools um eine Teilhabe zu bekommen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich habe mich von unnötigen Ballast getrennt und dieses Blog entschlankt. Animationen, toller Hintergrundschnickschnack gehören nun der Vergangenheit an. Wie Schnee, Laub etc. aussieht, sollten wir dann doch wieder mehr dem Reallife überlassen.

Auf einen Darkmode habe ich ebenfalls verzichtet. Moderne Betriebssysteme haben von Haus aus einen Blaufilter bzw. zusätzliche Einstellmöglichkeiten, um sozusagen durch verdunkelte Seiten Energie zu sparen und das Augenlicht zu schonen. Ich habe nun also den Fokus auf die Geschwindigkeit gerichtet.

Nützliche Hilfsmittel dazu sind: https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/?hl=de, https://web.dev und u.a. https://developers.google.com/web/tools/lighthouse.

Damit kann man jede x-beliebige Seite untersuchen und je nach Eigenbedarf auswerten, was man noch alles optimieren könnte.

Hab mich die letzten Tage ins Zeug gelegt und alles nah am Limit optimiert. Dass man nicht immer und überall 100 haben kann, sollte einleuchtend sein.

Ich hab mein bestes versucht. Hier einige Werte und Beispiele für diesen Webauftritt …

PageSpeed Insights mobil (bis 98 schwankend)

PageSpeed Insights

Lighthouse einzelne Beiträge (maximal erreicht)

Lighthouse

Lighthouse Seiten (maximal erreicht, ausgenommen Rubrik Kontakt)

Lighthouse

Die Werte können natürlich immer nach unten schwanken. Besonders für den Index. Dennoch alles im grünen Bereich.

Einen Link zum Testen dieser Seite, habe ich in der rechten Seitenleiste hinterlegt.

Probierts einfach selbst aus. Auch wenn ihr keine eigene Seite habt, prüft eure Favoriten und hakt nach.

Immerhin ein symbolischer Schritt in die Zukunft, Ressourcen zu schonen.

Bis dahin … Mobile sequence one hundred percent now …

Data uses most secure code ever Star Trek TNG (Blu Ray HD)

Querfurter Fichten 1973

Heute eine Momentaufnahme von vor fast genau 47 Jahren. Aufgenommen auf dem unteren Hauptweg, unweit der im Volksmund genannten Rodelbahn „Todesbahn“.
Letztes Frühjahr wurde nach langer Planung und Bauzeit, das Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht.

Querfurter Fichten

(Bild: Diascan auf ORWO Color, privat, DSGVO-konform verpixelt)


Link offizielle Seite: http://www.rueckhaltebecken-lsa.de/hrb-querfurt

Ein tiefer Eingriff in die Natur, der optisch natürlich erst Gewöhnung bedarf. Im Hinblick auf den Klimawandel allerdings eine unabdingbare Baumaßnahme, die nicht nur Querfurt, sondern auch allen zusammenhängenden Gewässern zugute kommt.

Das bedeutet im Klartext, wenn es mal wieder zu erhöhten Niederschlägen kommt, kann das Wasser aus dem Hinterland zurückgehalten und entsprechend nachreguliert werden. Gerade auch die Erfahrungen der letzten Flutkatastrophe im Jahre 2013 haben gezeigt, dass nicht die Wassermenge, sondern der Rückstau der Systeme ursächlich sein können.

Man bedenke, die Querne, ab Obhausen Weida, mündet über die Salza in den Kernersee und von dort aus in die Saale, Elbe und Nordsee. Nicht dass die Querne für den Anstieg der Weltmeere verantwortlich wäre, es reduziert Teilmengen, welche mit anderen Systemen die Summe ergeben.

Bis dahin bleibt es ein grünes Becken, dass nur bei Gefahr eine andere Form annimmt.

Viele trauern der nun nicht mehr benutzbaren Todesbahn und dem daneben liegenden Galauenstaucher nach. Klar, schöne Zeiten verbracht. Allerdings könnte man als Alternative den hinteren Teil vom Schwalbenschwanz an den Querfurter Fichten nutzen. Nannten wir seinerzeit u.a. Todesbahn 2. Leider derzeit etwas zugewuchert. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Kann nur von mir sprechen. Wenn es in der warmen Jahreszeit wieder ans Radeln geht, ist die Staumauer eine praktische Abkürzung rüber zu den Fichten. Bänke laden zum Verweilen ein, man trifft immer mal jemanden und irgendwann kann man sich das alles nicht mehr vorstellen, wie es mal ohne war. Schließlich sind die Fichten auch rekultivierte Steinbrüche, die heute keiner mehr kennt und erahnen kann.

Um das Bild musikalisch altern zu lassen. Als dieses Foto aufgenommen worden ist, stürmten gerade die Les Humphries Singers die Hitparaden.

Les Humphries Singers - Mama Loo (1973) HD 0815007

Demografischer Wandel vor 100 Jahren

Den Begriff demografischer Wandel hört man in jüngerer Zeit öfter. Dabei ist die Problematik, dass sich ganze Landstriche verändern, so alt wie die Menschheit selbst.

Heute ein altes Foto, schätzungsweise um 1900. Es zeigt meine Urgroßeltern und eine Schwester (im Kindesalter verstorben) meiner Oma mütterlicherseits.

Familie

(Bild: privat)

Der Ersteindruck ist bestimmt, nobel und wie schön doch die Zeit damals war. Und genau der Eindruck täuscht.
Meine Urgroßeltern stammten beide aus dem Großraum Breslau, Kreis Militsch.

Meine Urgroßmutter, 1877 in Klein Tschunkawe geboren, mein Uropa 1875 in Tschotschwitz . Beides kleine Mokchen die man nur kennt, wenn man sie kennt. Heute polnisches Staatsgebiet.

Hat man dazu noch alte Urkunden so sieht man wie das Leben wirklich aussah. Viele Kinder und keines überlebte bzw. wurde erwachsen. Das änderte sich erst, als meine Urgroßeltern um 1900 nach Querfurt zogen.

Durch den Zuckerrübenboom um die Jahrhundertwende, es konnte erstmals industriell Zucker in Rohform wie man ihn heute im Haushalt hat herstellen, wurden neue Arbeitsplätze und Perspektiven geschaffen. Das bedeutete damals einen kleinen, wenn auch bescheidenen Wohlstand. Die Kinder die dann in Querfurt geboren wurden, es waren vier an der Zahl die die Kindheit überstanden, hatten einen ganz andere Start ins Leben.

Nachfolgend ein Foto, vor 1934 aufgenommen, vom damaligen neuen Lebensabschnitt in Querfurt. Mein Urgroßvater, links im Bild, war sozusagen Vorarbeiter in der Landwirtschaft. Damals sagte man auch oft Aufseher.

Familie

(Bild: privat)

Meine Großmutter war die Jüngste. Ihre Eltern waren bei ihrer Geburt bereits 45 bzw. 43 Jahre alt. Somit hätte ich beim besten Willen und Wundermittelchen gegen das Altern, nie eine reelle Chance gehabt diese auch noch kennenlernen zu dürfen. Aber, das war kein Einzelfall. Das war mal alles Normalität.

Mein Uropa starb bereits 1934 und meine Uroma 1943. Als ich zur Welt kam, wären beide schon über 100 Jahre alt gewesen.

Genau genommen waren das die echten Ossis. Durch Flucht und Massenvertreibung von Deutschen, aber auch Polen (Westverschiebung) tritt die Tatsache, dass man schon immer auch wegen der Arbeit wegzog, in den Hintergrund.

In diesem Sinne: Wir haben nun mal nur diese eine Mutter Erde. Menschen bleiben nie dauerhaft auf einem Fleckchen Erde sesshaft. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Grenzen mögen wichtig, richtig sein um Strukturen zu schaffen. Am Ende sind sie allerdings auch Relikte aus dem 19. Jahrhundert, als das Modell Nationalstaaten aufkam, fest zementiert wurde und mehr Konflikte als Lösungen schaffte.

In einer Verwaltungseinheit zu wohnen bedeutet natürlich trotzdem sich dem Leben anzupassen. Menschen von vornherein auszuschließen ist schlichtweg Rassismus, auch ein Relikt aus der Vergangenheit.

Ginge ich noch weiter zurück in meiner eigenen Geschichte, so stammen meine Gene aus Regionen in Schottland, über Deutschland, bis rüber ans Schwarze Meer. Und heute bin ich eben hier, nur das zählt.

Umbrüche mögen schwer sein und machen Angst. Aber Angst ist ein wichtiger Instinkt bei Lebewesen, der das Überleben sichert. Wir sind Menschen und sollten Ängste ausleben und das Gute daraus lernen und mit in die Zukunft nehmen.

Um es mit der Mentalität meiner Großmutter und deren Ahnen zu sagen. Ihre Altvorderen würden auch nur sagen: „Geh direkt in den Westen, gehe nicht über Los und ziehe nicht 4000 € ein.“ 😉

Freibad Roßleben 1978

Es war einmal, vor fast genau 42 Jahren. Roßleben befindet sich nicht weit entfernt meiner Heimatstadt, aber liegt schon im Freistaat Thüringen. Der Rat des Kreises Querfurt hatte dort auch ein Ferienobjekt. Die Abteilung Volksbildung hatte oberhalb des Freibades einen Bungalow.
Je nach Saison waren Plätze frei. Betriebe, Abteilungen tauschten praktisch so ihre Kapazitäten, sodass man durchaus ein Objekt nutzen konnte, ohne Betriebsangehöriger zu sein.

Und so verbrachte ich im Mai 1978, im Alter von 3 Monaten dort meinen ersten Urlaub.
Praktisch war damals wohl auch, dass man fix nach Hause fahren konnte um Windeln zu waschen. Die Dinger aus Stoff. Ab in den großen Topf, auskochen, zum Trocknen aufhängen etc. Eine müfflige Angelegenheit.

Während die älteren Kinder sogleich ihre Schwimmstufe absolvierten. Nachfolgend zwei Fotos, vor dem Umbau in der Neuzeit.

Freibad Roßleben
Freibad Roßleben

(Bild: Diascans auf ORWO Color, privat – DSGVO-konform verpixelt)

Frieren musste man damals übrigens nicht, da der damalige benachbarte Kalischacht die Fernwärme lieferte. Längst Geschichte.

Das Bad gibt es allerdings immer noch. Es wird viel mit Ehrenamt betrieben. Es ist kein großes Bad, aber die Umgebung und die Hanglage mit Blickrichtung Hohe Schrecke machen es zu einem Kleinod. An dieser Stelle der Hinweis auf die neue Touristenattraktion: Hängeseilbrücke im Bärental (kürzlich besucht und mutig begangen)

Vielleicht habe ich ja bei einigen Erinnerungen geweckt, oder das Bad schmackhaft gemacht?
Für tiefgründigere Infos einfach auf der Seite bei facebook vorbeischauen: Freibad Roßleben bei facebook

btw. Die Metropolregion Mitteldeutschland hat, trotz demografischen Wandel, einiges zu bieten.

Neben Roßleben hat natürlich auch Querfurt, oder auch Nebra ein wunderschönes Freibad. Zwischen den Welten zu zappen kann auch entspannend sein.

Noch ist die Saison nicht eröffnet. Virtuell planschen, baden, schwimmen kann man aber ganzjährig.