Und ab durch die Wüste …

Okay, wir zählen schon zum Harzvorland. Genauer im südöstlichen Harzvorland und können wenige Höhenunterschiede, zum restlichen Umland verzeichnen. Das sogenannte Schneechaos kennt man so gut wie nur aus den Medien, wenn mal wieder Live berichtet wird, wenn 3 Krümel in Stadt ABC gefallen sind.

Das sollte einem gemütlichen Winterspaziergang nichts ausmachen oder? Denkste!
Wenn die Route Querfurt-Lodersleben-Leimbach und wieder zurück gut verlief, kann man es ja mal mit Querfurt-Schmoner Hölzchen probieren. Rucksack gepackt, ab durch Thaldorf und hoch zum Wasserspeicher von der MIDEWA, zum Kuhberg.
Die Umgehungsstraße war schon etwas zugeweht, der Feldweg etwas buckelig. Einige Autofahrer staunten wohl nicht schlecht, warum bei diesem Wetter Fußgänger auf der Verkehrsinsel stehen? Ach was, die sind doch alle nüscht gewohnt, also weiter ging es. Der Feldweg führt direkt zu den Schmoner Hölzchen. Es sieht sonst immer weiter aus alles ist, aber dieses mal …

Irgendwann konnte ich wohl die 2 Damen auch nicht mehr zum Weitergehen bewegen, da der Feldweg immer schneereicher wurde. Also dann Plan B und quer über den Acker. Der war wenigstens etwas vereist, sodass man halbwegs vernünftig laufen konnte.
Ja, wenn dann einem mal wieder der Konjunktiv keinen Strich durch die Rechnung gemacht HÄTTE!
Ein Sturm kam auf und brauste einen ganz fies von hinten kommend um die Ohren.

Wir sind gleich da, wirklich! Wirklich?
Der rettende Feldweg an diesem Strohballenberg war da, aber auch nicht. Bei einer Mannesgröße von 1,78 m war man bis zum Knie im Schnee. Das konnte man nun auch der schneebegeisterten Dame in klein auch nicht mehr zumuten, während Dame 2 in groß auch noch streikte.
RÜCKZUG!!!

Der Sturm brauste und brauste und die Flocken wurden auch immer zahlreicher. Das Atmen fiel einem dann doch irgendwann schwer und die Sichtweite war begrenzt.
Zwischendurch noch an der Landstraße gewartet, da dutzende LKWs und PKWs im Schneckentempo auch so ihre Not hatten. Über die Straße geflitzt und geradezu auf die Fichten zugetrampelt.

Die große Frage, welcher Weg ist wohl kürzer und angenehmer? Mal schauen wer schneller da ist!? Ich dann am Schwalbenschwanz um die Fichten, am Siegesberg langmarschiert, währenddessen meine Kleidung die Witterung buchstäblich inhalierte. Wenn ich nicht genau wüsste wo ich bin, hätte ich sehr schnell die Orientierung verlieren können. Etliche Hohlwege existieren derzeit nicht mehr.

Selbst körperlich fitte Menschen sollten es bei diesem Wetter nicht übertreiben!

Man bedenke: Kondition ist nicht Alles! Neben passender Kleidung und genügend Proviant sollte man auch beachten, dass im Falle eines Sturzes, die Rettungskräfte nicht schnell genug zu möglichen Unfallstellen gelangen können. Wer kann sich schon heutzutage noch einen Rettungshubschrauber leisten? Weiterhin ist die Sicht mitunter gleich Null, sodass man den Himmel nicht von der Erde unterscheiden kann und man schnell die Orientierung verliert!
Binnen kurzer Zeit werden im offenen Gelände aus 10 cm 1 m Schnee!

Soo, wenigstens sind die Innetsädte so halbwegs geräumt. Naja ok, wenn ich jetzt so aus dem Fenster schaue, sehe ich mal wieder nix. Es schneit und weht und will kein Ende nehmen …

… Ein Sturm kommt auf und es wird Nacht …

von

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