Unwetter Mitteldeutschland

… oder endlich zu Hause!

Artikel dazu: MDR

Diesmal war ich dabei und kann mitreden. Solange man nicht selbst davon betroffen ist …

Kurz hinter Querfurt bemerkte man den schwarzen Himmel. Nun ja, Abkühlung und Niederschläge hatte man ja im Vorfeld angekündigt.
Teutschenthal, B 80, Bennstedt und es wurde Nacht. Den Ort Bennstedt sah man urplötzlich irgendwie nicht mehr. Sah aus wie ein Sandsturm im Irak, wie man es aus dem TV so kennt.
In Halle war es gegen 18 Uhr bereits Nacht und dementsprechend ausgeleuchtet. Zum Bahnhof gerannt und binnen weniger Meter durchgeweicht.
Bissel Zeit und noch eine angesteckt. Nach wenigen Zügen war es dann doch etwas zu stürmisch und regnerisch in der Bahnhofshalle, sodaß man nur noch in den Zug fliehen wollte.
Der fuhr pünktlich Richtung Dessau …

Bitterfeld: Durchsage dass der Zug auf unbestimmte Zeit nicht weiterfahren kann.
Okay, für Unwetter kann nun wirklich niemand was.

Aaaaaber … fragt man mal Personal von der Bahn: „Keene Ahnung /schulternzuck /weitergehen“
Anzeige meint 30 Minuten Verspätung, Ansage sagt 60 Minuten Verspätung und nochmal 60 Minuten. Ansage sagt dein Zug fährt nach Dessau, aber vom Gleis gegenüber auch. Wat nun? Anzeige sagt dein Zug fährt jetzt nach Leipzig. Zug gegenüber sagt ich fahre nach Wittenberg und Anzeige nein, du fährst nach Dessau.
Rein, raus, rein, raus, Rauchen … der wütende Mob versammelt sich geschlossen auf dem Bahnsteig.
Da taucht ein Mitarbeiter der DB auf und hat auch keine Ahnung. „Jo, Doxi fährt och!“ … Na danke für die Auskunft ohne Inhalt.

Wie komme ich nun nach Hause? Fragten sich so manche. Zwischenzeitlich bildeten wohl sich sowas wie flüchtige Freundschaften. Ob Geschäftsmann, Beamter, Studenten, Arbeiter, Ossis, Wessis, Alte, Junge … alle in einem Boot, mit selbem Leid.
Handy ging nicht mehr, Telefon im Bahnhof auch nicht, inkl. 2 € einfach geschluckt.

Bus? Denkste, fährt auch nicht mehr. Laufen? Prima, im Dunkeln durchs Chemiegelände mindestens 1 h zu Fuß, teils ohne Beleuchtung.

Hilflos … Doch Wunder gibt es immer wieder. Ein freundlicher junger Mann sprach uns an, wo wir hin wollen und ob er uns mitnehmen soll. Also eine spontan organsierte Fahrbereitschaft. So sollte es dann auch sein und wir kamen endlich zu Hause an.
Ein fettes, tausendfaches Dankeschön nochmal an dieser Stelle. Sowas ist noch Echte Zivilcourage! Diese spontane Aktion ließ die guten Gefühle und den guten Glauben wiederkommen.

Leider haben aber nicht alle dieses Glück. Ob u.a. diese alte Frau, welche völlig durchnässt am Bahnsteig stand, nun zu Hause ist? Ob die ganzen anderen Passagiere noch in Bitterfeld stehen?
Was ist wenn Menschen zu bestimmten Zeiten Medikamente benötigen und es nicht nehmen können? Was ist wie in unserem Fall, wenn man sich mit dem eigenem Kind eine Uhrzeit ausmacht und man nicht erscheinen kann? Wer kommt für mögliche seelische Qualen von sorgenden Eltern auf? …

Niemand kann etwas für Unwetter. Aber das Krisenmanagment zeigte mir wiedermal: Note 6, Setzen!

Es kann einfach nicht angehen, dass weder informiert wird, noch Ersatzbusse, noch Anrufbusse bereit stehen.
(Frieden in der Welt schaffen wollen, aber noch nicht mal was für die eigenen Bürger übrig haben.)

Peinlich, amateurhaft und vor allem unverantwortlich!

Mir tun nur immer die Einsatzkräfte leid, welcher wirklich unter Hochdruck gute Arbeit leisten müssen und es auch tun.

Gerade in Zeiten von Klimawandel, müssen diese Zustände unbedingt bereinigt werden und müssen Konsequenzen nach sich ziehen!!!

Ich geh endlich pennen …

von

You Are You

Eine Lesermeinung zu „Unwetter Mitteldeutschland

  1. Pingback: Unwetter Mitteldeutschland | Halle Saalekreis News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.