Wochenendrebellen und das Klischee vom Rock’n Roll

Kürzlich hatte ich schon darauf angedeutet und auf die Sache mit dem Tatoo hingewiesen.

Ich habe natürlich keins und muss auch wirklich nicht eins haben. Früher waren die noch etwas amateurhaft und unterste Schublade und heute hat das jeder, nur um dabei zu sein.
Oder wenn solche Schoten über museumsreife Altrocker liest, habe ich am Ende eher Mitleid, als irgendeinen rebellischen Instinkt in mir.

Egal was ich jemals hörte, welchen Idolen ich jemals hinterher lief, im Herzen war ich immer schon Rock’n Roller. Das ist einfach Song rein, aufdrehen und ausleben. Oder eben Gitarre umbammeln, Verstärker an und losrocken. Das war schon als Knirps so. Einmal gehört und einfach so mitgemacht! Sowas liegt eben im Blut!

Nur muss ich das nun durch diverse Drogenexzesse, ausgefallene Orgien, Schmuckgegenstände an Leib und Leben jedem zeigen? Für mich ist es einfach das Feeling des freien Gedankens, der freien Lebensart, sich nicht von jeder daher gelaufenen Möchtegernauthorität etwas sagen zu lassen.

Ich lungere zu Hause mit ner Jogginghose rum, ziehe ansonsten das an was mir Spaß macht und wenn mir danach ist, laufe ich auch mit einem Anzug rum. Ich muss nicht wie ein Affe auf Bäume klettern, mir Kokosnüsse vor den Kopf knallen lassen, das anschließend in der Öffentlichkeit vermarkten. Ich trinke meinen Kaffee, der mich oftmals inspiriert, rauche meine nicht wenigen Kippen, habe nicht vor mir irgendwelche Muskelpakete anzulegen, bin mal faul, mal spießig und stehe knallhart zu unchristlichen Zeiten auf … und habe am Ende nicht minder meinen Spaß mit dieser Materie.

Was musizieren betrifft, so konnte ich das schon immer nur, wenn ich stocknüchtern bin. Das einzigste Stück, was ich im betüteltem Zustand pikobello schreiben konnte war die Variation von Canon in D-Dur bzw. eben das kürzliche Sample. Im Verhältnis zum Rest, so wenig, dass ich das noch an einer Hand abzählen kann. Glück kann man immer mal haben, aber hat es nicht immer. Sowas ist kein verlässlicher Partner!

Warum soll ich mir bei jedem Trend, bei jeder neuen Musik neue Klamotten passend holen? Nur weil ich mal ein T-Shirt einer Band trage, bin ich nun DER Fan? Ich laufe doch nicht wie eine Litfaßsäule rum und belüge mich damit noch selber.
Klar, ich ziehe schon noch diverse Klamotten an, wenn ich auf ein Konzert gehe. Das ist aber eher selten und wenn, dann noch Restbestände bzw. immer das gleiche und vor allem nur Bands, zu denen ich einen engen inneren Bezug habe. Ich habe in meinem bisherigem Leben ein offizielles Onkelz T-Shirt (immernoch das was ich mit 16 kaufte, das will einfach nicht kaputt gehen *g*), oder nur 3 verschiedene MANOS T-Shirts getragen. Bin ich deswegen nicht minder Fan, wenn ich mal anders aussehe? Eben nicht! Viele plappern nur alles nach, was irgendwo vorgesetzt wird, ich lebe es aus, wie ich es empfinde.

Und wenn ich mit einer Strickjacke abrocke, dann fühle ich mich gerade so wohl. Joar und wenn mir danach ist, dann kippe ich mir auf Konzerten auch mal einen hinter die Binde und grinse mir einen ab, wenn ich erst bei Bier 10 die Hufe hoch mache, während manche da schon im Koma liegen. Vieles wird oft künstlich in den Medien nach oben gepusht, um ein Image zu schaffen, was es so nicht gibt.
Ich meine wenn ich jeden Tag was trinken würde, hätte ich einen Ranzen, würde ständig triefen, mein Kreislauf ginge den Bach runter und sähe auch optisch etwas versoffen aus. Ist ja auch logisch, wenn man jeden Tag diese Mittelchen nehmen würde, gewöhnt sich der Körper daran, man verträgt nix mehr und endet dann wie einige Vorzeigehippies.
Darauf habe ich jedenfalls keinen Bock, will schon 100 Jahre alt werden und bin auch neben der Rebellion ein ganz stinknormaler Familienmensch der wie er ausufern, auch ganz normal sein kann.

Ich glaube eine der Grundessenzen dieser Lebensart ist, dass man durch diese 2 Extreme immer einen Antrieb hat, um immer neue Gebiete zu erkunden. Und ja, ich stehe nun mal auf intelligente Menschen, die eben aber auch nicht immer alles so verbissen sehen. während sie trotzdem völlig auf dem Teppich geblieben sind.
Ich kann Essen kochen, putze meinen Dreck selber weg im Haushalt, Wasche meine Wäsche selber, bügle wie ein Grobmotoriker aber am Ende komme ich immer klar und kann auch genauso die andere Seite des Lichtes ausleben. Man muss nur wissen, wo die Grenzen sind.

Hmm, ich denke schon ich bin stolz darauf, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und keinen hirnlosen Mitläufern zu folgen. Auch, nein gerade, im gewöhnlichen Kaffeeklatsch steckt ne Menge an Energie für Rock’n Roll. Letztendlich muss aber jeder seinen Weg finden und Toleranz walten lassen. Dann klappt es auch wieder mit dem inneren Frieden.

Gerade in der Männerbranche ist es doch oft so, dass ab einem gewissen Alter plötzlich jeder Fan von allem ist. Man gibt sich gezwungen jugendlich, findet alles toll, muss sich dauernd beweisen dass man noch junge Frauen verführen kann und hat Angst vorm älter werden. Tja, arm dran am Ende. Da man jede Zeit geniesen kann im Leben. Wie viele sind nun Fan von XYZ, obwohl es zu seiner Zeit eher verpönt wurde? Tja, viele haben eben keine Ahnung von was sie gerade reden und huschen jedem Schatten nach.

Und es ist nun mal so, das gerade die härteren Sounds früher oftmals als asoziale Musik bezeichnet wurde, da es ja nur Gesockse von der Straße ist, welche ihre negativen Energien in den Umlauf bringen, um die Gesellschaft böse zu unterwandern. Heute dudelt auf jedem Radiosender mindestens einmal pro Stunde eine E-Gitarre und alle finden es toll! Gerade die finden es toll, die damals diesen Stuss von sich gaben.

Klar belebt Konkurrenz und Kritik immer den Markt. Aber am Ende muss jeder bei sich anfangen und sich diese Konkurrenten selber schaffen. Ich meine ich gehe genauso gern zu Metalkonzerten, wie in ein Konzert mit klassischer Musik. Weil mir eben beides Spaß macht!

Ich war auch mal jünger und hatte dieses typische Scheunenklappendenken. Alles was anders als ne E-Gitarre klang war schlechte Musik. Aber wenn man erwachsener wird, sieht man vieles anders und lacht dann auch darüber.

In diesem Sinne: Stay Cool and Find Your OWN Way!

Joar …

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